Axel Hefer - Bewerber für den Aufsichtsrat

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      "Durch die sehr niedrige Zustimmungspflicht des Aufsichtsrats (Rechtsgeschäfte ab 500.000 EUR) wird der Aufsichtsrat zu sehr in operative Fragen eingebunden und die klare Trennung zwischen Aufsichtsrats- und Vorstandsarbeit erschwert."

      Interesant, darüber ist damals Felix Magath gestolpert, wenn ich mich recht erinnere. Aber durchaus plausibel.
      Puh.. Schwieriges Thema. Plausibel ja, dass es die Arbeit erschwert, wenn man quasi bei jedem Geschäft fragen und bitten muss.
      Allerdings will ich mir gar nicht ausmalen, wo wir wären, wenn die letzten handelnden Personen hätten raushauen können ohne die niedrige Zustimmungspflicht.
      Ok, unser AR hat ja eh anscheinend alles durchgewunken... :D
      "Auf Schalke ist die Erwartungshaltung riesig, die Realität enttäuschend und die Unruhe zerstörerisch."
      Lukas Schmitz

      ährwin04 schrieb:

      Puh.. Schwieriges Thema. Plausibel ja, dass es die Arbeit erschwert, wenn man quasi bei jedem Geschäft fragen und bitten muss.
      Allerdings will ich mir gar nicht ausmalen, wo wir wären, wenn die letzten handelnden Personen hätten raushauen können ohne die niedrige Zustimmungspflicht.
      Ok, unser AR hat ja eh anscheinend alles durchgewunken... :D
      Ich habe diese niedrige Schwelle immer als Instrument Tönnies' erachtet, um wirklich stets "live dabei" zu sein.

      Im Unternehmen, für das ich arbeite, darf jeder Abteilungsleiter für 500.000 Euro unterzeichnen. Liegt sicher nicht an der Besonderheit des Unternehmens.
      Ich mag das nur aufführen, um darzustellen, dass 500.000 wirklich eine sehr niedrige Schwelle darstellt.
      Schreiber • Schalke 04 • Baseball Lover

      torstenwieland.com aka koenigsblog.net
      Texte über Schalke 04 und alles, was mich sonst noch antitscht.
      Wenn man sich damals die Arbeit gemacht hätte, nicht von oben herab, den Mitgliedern zu erklären warum die Änderung der Klausel Vorteile mit sich gebracht hätte, bin ich bis heute davon überzeugt, dass sie Durchgewunken worden wäre.
      Aber Magaths Nummer mit :"Rojek sorg dafür das die unterschreiben" "Au ja, macht mal alle nen Haken für den Messias ", war direkt zum Scheitern verurteilt.
      Bei der aktuellen Entwicklung bzw Abwicklung der Transfers, oft bis zur allerletzten Sekunde, kann ich mir vorstellen, daß es durchaus Sinn ergeben würde an der Stellschraube zu drehen.

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      Herr Wieland schrieb:

      Ich habe diese niedrige Schwelle immer als Instrument Tönnies' erachtet, um wirklich stets "live dabei" zu sein.
      Dito.

      Und zwar nicht nur, um zu genehmigen. Sondern um bei den spannenden Sachen selbst operativ tätig zu sein.

      Deswegen würde ich auch sagen:

      ährwin04 schrieb:

      Allerdings will ich mir gar nicht ausmalen, wo wir wären, wenn die letzten handelnden Personen hätten raushauen können ohne die niedrige Zustimmungspflicht.
      Ok, unser AR hat ja eh anscheinend alles durchgewunken... :D

      Es wäre ohne diese Klausel nicht nur nicht schlechter gewesen (weil die schlechten Geschäfte ja offensichtlich genehmigt wurden) - sondern es besteht die Chance, dass einige Dinger besser gelaufen wären, wenn man einem Sportvorstand das volle Vertrauen und die volle Verantwortung übertragen hätte.
      Dem Vorstand mehr Macht zu geben, kann durchaus - auch aus psychologischer Sicht - sinnig sein. Man gibt ihm als AR ein Budget vor und er entscheidet selbständig. Liegt er zu oft daneben ist es die Aufgabe des AR ihm das klarzumachen bzw. ihn zu entlassen - Aufsichtspflicht.
      Holt er sich jedoch für faktisch jeden Transfer das okay, kann er immer sagen: "ist doch nicht alleine meine Schuld, habt ihr doch genehmigt." - Man liefert ihm also - rein psychologisch gesehen - praktisch die Ausrede gleich mit. Das wird aber der Verantwortung eines Vorstands nicht gerecht, denn dieser ist alleine fürs operative Geschäft zuständig.
      *sing* Anti dies, Anti das / Sie hat sich nie angepasst *sing*

      Herr Wieland schrieb:

      Ich habe diese niedrige Schwelle immer als Instrument Tönnies' erachtet, um wirklich stets "live dabei" zu sein.
      Sehe ich auch so.

      Der Aufsichtsrat sollte schon genug Vertrauen in "seinen" Vorstand haben, dass der im vorgegebenen Rahmen handelt (bei Magath hätte ich da tatsächlich Zweifel gehabt).
      Zum anderen sollte vom Sportvorstand erwartet werden, dass seine sportliche Kompetenz erheblich höher als die des AR ist, dieser solche Transfers also gar nicht in dem Maße bewerten kann, abgesehen von "der sprengt das Budget, das wir vorgegeben haben".
      Der Vorstand sollte zum Geschäftsjahresende eine Budgetplanung zum nächsten Geschäftsjahr aufstellen und gemeinsam mit dem AR beschließen. In dem Rahmen muss er sich dann frei bewegen können, sonst braucht man keinen Vorstand, Anweisungen eines AR könnten auch die Sachbearbeitenden ausführen.

      El Mojo schrieb:

      "Durch die sehr niedrige Zustimmungspflicht des Aufsichtsrats (Rechtsgeschäfte ab 500.000 EUR) wird der Aufsichtsrat zu sehr in operative Fragen eingebunden und die klare Trennung zwischen Aufsichtsrats- und Vorstandsarbeit erschwert."

      Interesant, darüber ist damals Felix Magath gestolpert, wenn ich mich recht erinnere. Aber durchaus plausibel.
      Ich verlinke mal einfach kommentarlos den Stern.
      Felix Magath zu stern.de: "Alle Transfers wurden korrekt abgewickelt" | STERN.de

      Pinsel schrieb:

      Is auch reine Spekulation. Grad unter Magath hätte das auch richtig bös in die Hose gehen können, wenn man schaut was der an Kohle verbraten hat.
      Das Budget wird ja vorher immer noch festgelegt. Auch ein Magath hätte dann nicht Shopping Queen, Schalke Edition spielen dürfen. Also zumindest nicht mehr als ohnehin. Er hätte nur nicht für jeden einzelnen Spieler zu Papa Tönnies Rennen müssen.
      Schalke ist größer! #reclaimschalke
      @CoK_a_cola
      Dafür brauch ich keine Jahresabschlüsse. Mehrere Hunderttausend Euro für Leihmöbel für eine Weihnachstfeier, enorme Beträge für die Präsentation ! (nicht die Verpflichtung) von Raul. Und ein aufgeblähter Spielerkader dessen Folgen dann andere abarbeiten durften, sind Fakten! Geld für unsinnige Dinge aus dem Fenster werfen und Spielerroulette sind auch in der Folge eines unserer größten Probleme gewesen. Genau das sind die Dinge die abgestellt gehören und von jedem AR Bewerber nun zurecht, mit "kaufmännischer Vernunft" oder "Handeln mit Augenmass" betont werden.

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      Il Barto schrieb:

      Ich verlinke mal einfach kommentarlos den Stern.
      Felix Magath zu stern.de: "Alle Transfers wurden korrekt abgewickelt" | STERN.de
      Ah interessant. Aber solche Kickbacks (bzw. generell unseriöses Geschäftsgebahren) aufzudecken ist ja auch Aufgabe eines AR. Habe ja auch später noch dazu geschrieben, dass Vertrauen in den Vorstand auch dazu gehört. Schon allein fürs Betriebsklima.

      Ist da noch was bei rausgekommen?

      Pinsel schrieb:

      @CoK_a_cola
      Dafür brauch ich keine Jahresabschlüsse.
      Doch, genau dafür braucht man sie... Um eine Arbeit zu bewerten, hilft keine populistische Scheiße, die irgendjemand irgendwem über dritte oder der Presse zugeflüstert hat. Eine Budgetplanung wäre in diesem Fall für Dich total hinderlich, denn der Verantwortliche fürs Budget entscheidet nach seinen Vorstellungen, wie er die Kohle ausgibt. Ich kann einen Kader mit 30 Leuten für 100 Mio. zusammen stellen oder einen Kader mit 100 Leuten, das bleibt mir überlassen.

      Am Ende entscheiden die wirtschaftlichen Zahlen und der Erfolg über meine Fähigkeit mit den 100 Mio. umgegangen zu sein. Dies muss der AR kontrollieren, nichts anderes!!! Ich sehe weiterhin nicht ein, dass ein Magath dort wahnsinnige Fehlinvestitionen begangen hat. Der Zuschuss der Stadtwerke war übrigens 2009, als man Magath erst geholt hat. Die Konzernberichte nach 2009 (hier war vom Konsolidierungskurs aufgrund der hohen Verbindlichkeiten die Rede) sahen in 2010 und 2011 nach einer rosaroten Zukunft aus. Der sportliche Erfolg führte zu Konzerngewinnen!!!

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      CoK_a_cola schrieb:

      Die Konzernberichte nach 2009 (hier war vom Konsolidierungskurs aufgrund der hohen Verbindlichkeiten die Rede) sahen in 2010 und 2011 nach einer rosaroten Zukunft aus. Der sportliche Erfolg führte zu Konzerngewinnen!!!
      Dann ist ja toll, dass man so ein CL-Halbfinale im Vorfeld einplanen kann. Schon lange vor der Auslosung. Denn sonst hätten die Zahlen nun wirklich nicht mehr im Ansatz nach Konsolidierung ausgesehen.
      Schalke ist größer! #reclaimschalke
      Nein kann man nicht, deshalb macht ja die Budgetplanung auch Sinn. Das Budget richtet sich nach den vorhandenen finanziellen Möglichkeiten und wird kaufmännisch vorsichtig ohne zusätzlichen sportlichen Erfolg ausgerichtet. Im Grund verstehe ich ja die Aussagen, aber warum eine sportliche Erfolgsgeschichte mit halbwegs passenden Zahlen immer als Totengräber von Schalke dargestellt wird kann ich nicht verstehen. Der Verantwortliche für die Finanzen im Vorstand war damals wie schon 10 Jahre davor und danach PP. Er ist derjenige, der Nachhaltig immer wieder nicht vorhandenes Geld für Käufe frei gegeben hat inkl. des AR-Eilausschusses...
      Ich finde es nach wie vor gut, dass die Mitglieder damals nicht für Magath die Satzung geändert haben.

      Seitdem sind aber wieder 10 Jahre vergangen, und der Anteil der Geschäfte, die sich unterhalb dieser Grenze bewegen, dürfte gesunken sein. Da ergibt es schon Sinn, die Regelung neu zu hinterfragen.

      Ein Muss ist das für mich aber nicht, und als Wahlkampfprogramm taugt es auch nicht. Solange der Aufsichtsrat zügig und kompetent antworten kann, ist alles gut. Wir als e. V. müssen mit dem Geld besonders gut umgehen. Das Problem ist, dass wir genau das nicht getan haben. Mit dem frei verfügbaren Budget für den Vorstand hatte das nicht direkt zu tun.
      "Dieser tolle Verein muss wieder gemeinsame Werte verfolgen. Die Verbundenheit und Liebe der Menschen zu Schalke 04 ist unsere größte Stärke, eine unglaubliche Kraft. Ein Cheftrainer, der dies vorlebt, ist enorm wichtig." (Horst Heldt)

      "Good foul. Really good foul." (Danny Murphy)

      17. März 2011: Château La Grâce Dieu Saint Emilion Grand Cru 2005