Gründe für den beispiellosen Niedergang des FC Schalke 04

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      Gründe für den beispiellosen Niedergang des FC Schalke 04

      Liebe Fans,

      vorab eine Meldung an die Moderatoren: Wenn ihr der Meinung seid, ein solches Sammelthema braucht es nicht, löscht es bitte oder fügt meinen Beitrag einem bestehenden Threads hinzu.

      Seit vielen Wochen und Monaten frage ich mich, seit etwa 20 Jahren dabei, wie es soweit kommen konnte. Wie unser Verein, der in den 2000er-Jahren so etwas wie die Nummer zwei oder drei in Deutschland war und noch vor weniger als 10 Jahren im Halbfinale der Champions League stand, so untergehen konnte.

      Was ist passiert? Warum sind andere Vereine, die teilweise kurz vor der Insolvenz standen (Dortmund) oder Fahrstuhlmannschaften waren (Gladbach) mittlerweile so viel besser aufgestellt?

      Klar, kurzfristig lässt sich einiges auf Jochen Schneider und David Wagner schieben, aber für mich begann die Misere eigentlich so richtig erst mit Heidel. Wir hatten unter Horst Heldt, den ich, wie viele hier, durchaus schätze, schon gemerkt dass es bergab geht. Heidel aber hatte noch einmal so viel Geld zur Verfügung und hat es leider durch katastrophale Fehlentscheidungen verbrannt. Ja, einiges davon war Pech (Embolo), aber manchmal habe ich den Eindruck, dass wir hier auf einen Hochstapler reingefallen sind.
      Seit dem geht es nur noch abwärts.

      Es ist einfach schlimm. Ich identifiziere mich null mit der Mannschaft. Teilweise sagen mir die Spielernamen kaum noch was. Ich habe damals wie viele noch im alten Schalkeforum bis spät in die Nacht mitgefiebert, ob Morientes oder van Bommel bei uns aufschlagen und jetzt das hier... Jetzt holen wir Stürmer, die bei Eintracht Frankfurt keine Chance auf einen Stammplatz haben. Nichts gegen die Eintracht oder Pacienca, aber das wäre doch früher undenkbar gewesen. Ich hätte vor ein paar Jahren nie gedacht, dass wir nochmal absteigen, aber jetzt sieht es genau danach aus.

      Wo seht ihr die Gründe für den Niedergang unseres Vereins? Was ist nur mit Schalke passiert?

      Mill9r schrieb:


      aber für mich begann die Misere eigentlich so richtig erst mit Heidel.
      Für mich startete der Niedergang bei Hottes Wechsel von Rangnick zu Stevens und danach zu Keller, weil man Tuchel nicht bekommen hat. Das war der entscheidende Moment, wo wir die falsche Abzweigung genommen haben. Bin sicher, dass wir immer noch die klare Nummer drei in Deutschland wären, wenn das damals anders gelaufen wäre. Die Platzierungen stimmten zwar noch auf Grund sehr starker Einzelspieler, aber ab dann setzte der spielerische Verfall ein, später dann auch von den Platzierungen von Jahr zu Jahr. Heidel konnte keinerlei Erwartungen gerecht werden und über Schneider brauchen wir nicht mehr diskutieren.


      Die Gründe für den Niedergang liegen in einem katastrophalen Aufsichtsrat, der über viele Jahre von der falschen Person geleitet wurde und in einer sportlichen Führung, die bei der Besetzung des Cheftrainer Posten völlig konzeptlos agiert und den spielerischen Untergang komplett weg ignoriert hat.
      Unabhängig von Personen ist einfach sehr viel, sehr ungünstig gelaufen und das bei einer Mentalität zwischen hohen Ansprüchen aber auch trotzigem Stolz im Verein.

      Man hat es verpasst eine kritische Geldmasse zu generieren, um den Erfolg leichter zementieren zu können. Sei es durch eine Ausgliederung oder maximierte Strahlkraft verursacht durch eine Titelseite. Für letzteres braucht man am Ende auch ein wenig Glück. Sachverstand um etwas daraus zu machen für beides.

      Dabei wurde allerdings der Erfolg eingeplant und das Budget entsprechend auf Kante genäht. Bis passierte, was nicht passieren durfte: der Erfolg (CL Teilnahme) blieb aus, der Motor stotterte. Um das zu kompensieren und durch den Verlust der Anziehungskraft, wurde individuelle Qualität zu Geld gemacht, welches wiederum für Wetten auf die Zukunft investiert wurde. Der Rest ist Geschichte und unsere aktuelle Serie ist einfach nur ein Produkt aus dieser Entwicklung und einer zusätzlichen (selbst induzierten) Formkrise. Was bleibt ist, dass selbst wenn die Formkurve wieder ansteigt, die generelle Abwärtsspirale bestehen bleibt, wenn sich nichts Grundlegendes ändert (Ausgliederung/Titelserie/sehr erfolgreiche Wetten... Alle drei mit Sachverstand).

      So oder so hat man sich selbst im Weg gestanden und war nicht willens/fähig alles dem Erfolg unterordnen, egal mit welcher Strategie.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Merilon82 ()

      Kurzversion:
      Assauer
      Peters
      Tönnies
      Magath
      Heidel
      irgendeinen Trainer eurer Wahl (außer Stevens und Interimslösungen wie Büskens)
      Merk 2001 (sagt was ihr wollt. Aber es wäre dann ALLES anders gewesen)

      Es ist schwer einer Einzelperson das Versagen anzulasten. Vielmehr haben diverse für den Sport Hauptverantwortliche es nicht vermocht, eine langfristige Perspektive aus sportlichem Erfolg und Wirtschaftlichkeit herzustellen. Seit Assauer war es immer ein Ritt auf der Rasierklinge. Zu jeder Zeit hat es das Potenzial gehabt besser zu werden, oder eben schlechter. Nach oben (damit meine ich eine Kombination aus sportlich/wirtschaftlich) wurden auf Sicht keine entscheidenden Akzente gesetzt, was sich dann auf lange Sicht bei einem Vabanquespiel eben rächt.

      Personen die ich unter Vorbehalt aus dieser Betrachtung raus nehme:
      - Müller: schlagartiger und überforderter Nachfolger Assauers, den man für dessen Erbe (Schuldenberg) kaum verantwortlich machen kann. Es ist schwer zu sagen, aber ich denke er hat die Situation nicht verschlechtert, sondern die finanziell schlechte Lage lediglich stagniert. Am Ende ist es eh schwierig zu beurteilen, da es eine finanzielle Transparenz des Vereins erst ab 2009 gegeben hat.
      - Heldt: hat sogar beim Schuldenabbau geholfen. Dinge wie Dachreparatur sind nicht seine Schuld. Sportlich gab es hier aber eben auf Sicht auch keine Verbesserung. Da hätte bei unserem Kaderbudget (und UNSEREN Erwartungen) mehr bei rumspringen müssen. In Summe aber insgesamt der wahrscheinlich beste Manager der letzten Jahrzehnte.
      - Schneider: Nicht für die Demission der vergangenen Jahre verantwortlich. Muss trotzdem weg.
      - Jobst: gibt sein wirtschaftlich bestes und holt die Kohle rein. Kann man für sportlichen und wirtschaftlichen Abstieg daher nicht in die Verantwortung nehmen. Gehört aber in die Kategorie Seelenverkäufer des Vereins und muss daher ebenfalls weg.
      NOT FOR SALE
      Wenn man jahrelang nur auf katastrophale Entscheidungsträger im Verein setzt, dann kommt das dabei raus.
      Da können auch andere Vereine ein Lied von singen, die in der Versenkung verschwunden sind.

      Tönnies hatte Müller, Magath, Heldt, Heidel und jetzt Schneider installiert.
      Heldt war davon noch der beste, allerdings mit katastrophalen Entscheidungen bei den Trainern.

      Die Trainer, der vergangenen Jahre taugen doch alle überhaupt nix.

      Wagner, Weinzierl, Breitenreiter, di Matteo, Keller usw usw... was soll sowas? Alles Flaschen, die auch nach Schalke wirklich überhaupt nix gerissen haben.
      Für Tedesco kam alles viel zu früh.

      Wenn man nur solche Gurken holt, muss man sich nicht wundern, wenn man sportlich so abschmiert.
      Solche Gurken wie Heidel und Schneider können nämlich auch nur Gurken verpflichten.
      Die Erwartungshaltung.

      Man hat Trainer auf Platz 4 entlassen, hat an Stürmern rumkritisiert die jedes Jahr zweistellig getroffen haben und viel viel Geld in kurzfristige Hoffnung auf Verbesserung investiert und nicht in ein Konzept
      It´s a long way to the top

      kalsarikännit
      Neben einigen Gründen, die hier schon genannt wurden: Das ewige und beispiellos substanzlose Nacheifern des BVB, insbesondere auf der Trainerposition nach 2010.
      sdnoces net detsaw tsuj uoY

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Krayer ()

      Kann das nicht verstehen, dass manche Heldt für einen guten Manager halten.

      Heldt hat noch nirgendwo gute Arbeit geleistet, hat auf Schalke einfach nur planlos Spieler von Wittmann verpflichtet. Heldt hatte das Glück, dass die Knappenschmiede zu seiner Zeit in der Prime war, das hat ihn besser da stehen lassen, als er letztendlich war.
      Wir hatten sehr gute Zeiten unter Heldt. Er hat uns auch sehr gut nach außen repräsentiert.
      Ich stelle mir eher die Frage, wie manche das über Schneider sagen können. Er ist der Kopf hinter unserem Untergang und steht momentan nicht mal zur Diskussion.
      Die schlechten Transfers, die schlechten Deals, seine Art, die Trainer uvm. sind an ihn geknüpft. Das gab es so noch nicht.
      Heidel hat enorm schlechte Vorarbeiten geleistet, aber Schneider ist nicht der Richtige um uns aus dem Tal zu führen. Er gibt uns den Todesstoß.

      P.S. Die Sinnhaftigkeit der Personalien Reschke konnte mir auch noch keiner erklären.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von blackmade ()

      headbrewer schrieb:

      . Heldt hatte das Glück, dass die Knappenschmiede zu seiner Zeit in der Prime war, das hat ihn besser da stehen lassen, als er letztendlich war.
      Heldt hat natürlich einen entsprechenden Anteil daran, dass die Knappenschmiede in der Zeit überragend produziert hat. Erfolg ist zwar nie zu 100% planbar, aber man kann Weichen stellen.

      Verstehe den "ja, aber wenn Heldt die Knappenschmiede nicht gehabt hätte"-Müll einfach nicht. Ja, richtig. Und wenn wir ohne Torwart spielen würden, wären wir schon vor Jahren abgestiegen.
      Schalke ist größer! #reclaimschalke

      Fox schrieb:

      Ist doch überhaupt nicht beispiellos. Traditionsvereine, die erbärmlich wirtschaften und dann im großen Stil abscheißen gibt/gab es mehr als genug. Guck rüber nach Hamburg etc
      isso. Im Gegenteil wärs sogar überraschend, wenns Schalke nicht irgendwann mal hart getroffen hätte. So ist das nun mal im Rattenrennen, wenn 10 Mannschaften die gleichen Ziele haben. Und von manchen Einzelfehlern mal abgesehen: es ist doch vor allem ein Strukturproblem (Geldeinnahme,-ausgabe usw.)

      schalkograd04 schrieb:

      Fox schrieb:

      Ist doch überhaupt nicht beispiellos. Traditionsvereine, die erbärmlich wirtschaften und dann im großen Stil abscheißen gibt/gab es mehr als genug. Guck rüber nach Hamburg etc
      isso. Im Gegenteil wärs sogar überraschend, wenns Schalke nicht irgendwann mal hart getroffen hätte. So ist das nun mal im Rattenrennen, wenn 10 Mannschaften die gleichen Ziele haben. Und von manchen Einzelfehlern mal abgesehen: es ist doch vor allem ein Strukturproblem (Geldeinnahme,-ausgabe usw.)
      Das Ganze fing damit an, dass wir uns einen Arena geleistet haben, die wir uns in der Dimension nicht leisten konnten. Danach haben wir dann ständig über unseren Verhältnissen gelebt, da die Ansprüche zu hoch waren. Wir sind seit dem hochverschuldet und eigentlich haben wir keine Chance da runter zu kommen. Es sei denn, durch eine Insolvenz oder durch einen Scheich...
      Dass das irgendwann einmal so endet, war klar.
      Unter Heldt drohte die Standspur auf der Bundesliga-Autobahn, andere waren im Rückspiegel zu sehen. Heidel hat versucht, die beste Abfahrt zu nehmen, wurde aber zum Geisterfahrer. Schneider kann zwar nichts dafür, dass unser Gefährt jetzt in die falsche Richtung fährt, aber Weiterfahren ist auch keine Lösung und anscheinend weiß er auch nicht, wie wir wieder in die Spur kommen.
      Kuttersöhnchen von der Küste, auf Grünkohl geboren

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von BluesBrother ()

      headbrewer schrieb:

      Kann das nicht verstehen, dass manche Heldt für einen guten Manager halten.
      Und genau darum hält ihn auch keiner für nen guten Manager (was deinen Beitrag unverständlich macht). Aber für den besten mind. seit Assauer. Und genau das ist eben unser Dilemma.
      "Nimmst du die blaue oder die rote Pille?"
      Ich habe mich für die blaue entschieden.........!
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      Da kam dann das Elfmeterschießen. Wir hatten alle die Hosen voll aber bei mir lief's ganz flüssig.
      (Paul Breitner)

      #unsere Vereinswerte sind nicht verhandelbar!
      In meinen Augen hat Heidel überhaupt nichts mit dem Untergang zu tun. Mit Heidel würden wir jetzt auch besser da stehen.
      Heidel hat die Heldtsche Wohlfühloase aufgelöst, die Heldtschen Gurken verkauft.
      Dieser Mann hatte eine Aura, wie es nach Assauer niemand hatte. Leider ist er wegen CT gegangen.

      Der wahre Erzeuger des Untergangs ist Horst Heldt. Unter Heldt hatten wir die besten Spieler hier, er selber hat nur Blödsinn verpflichtet und wir konnten uns nicht nachhaltig entwickeln.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von headbrewer ()