Gründe für den beispiellosen Niedergang des FC Schalke 04

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

      Il Barto schrieb:

      Wie zur Hölle kommt man eigentlich auf die Idee, einem Marler Jungen, der schon in der Jugend bei uns im Kasten gestanden hat, überhaupt das Schalkersein absprechen zu wollen? Als ob der lieber Bayern als Schalke als Meister gesehen hätte... :facepalm: :wand:

      Ich hoffe, dass diejenigen in ihrem Leben noch nie irgendwas falsch gemacht haben. Muss toll sein, so perfekt zu sein.
      sorry, aber auch ich sehe die Schober Sache kritisch. Ich bin 1904% sicher dass er das 2001 nicht mit Absicht gemacht hat, allerdings gebe ich ihm zu 100% Schuld an dem 1:1. (Verhalten beim „Rückpass“ Verhalten beim Freistoß)
      An der „verlorenen Meisterschaft ist er natürlich absolut nicht Schuld! Das wäre wirklich Quatsch. Auch das man ihn nicht im Team Zukunft sehen will ist in meinen Aufen auch Quatsch.
      Zurück zum Thema: auch diese Geschichte 2001 hat den schleichenden Niedergang eingeführt. Ab da wollte man im Big Business bleiben. Koste es was es wolle. Und als es immer schwieriger wurde musste immer mehr (geliehenes) Geld in die Hand genommen.
      Wäre ich aktuell Spieler bei Schalke, ich würde mich in Grund und Boden schämen Woche für Woche solch eine Leistung abzuliefern!

      Il Barto schrieb:

      Wie zur Hölle kommt man eigentlich auf die Idee, einem Marler Jungen, der schon in der Jugend bei uns im Kasten gestanden hat, überhaupt das Schalkersein absprechen zu wollen? Als ob der lieber Bayern als Schalke als Meister gesehen hätte... :facepalm: :wand:

      Ich hoffe, dass diejenigen in ihrem Leben noch nie irgendwas falsch gemacht haben. Muss toll sein, so perfekt zu sein.
      Ich habe Schober mit meiner Aussage weder das Schalkersein noch irgendeine Absicht unterstellt. Fehler sind menschlich und passieren! Das ist aber auch nicht der Punkt!
      Schober ist in meinen Augen einfach keine Schalker Identifikationsfigur, weil er sich für den Club nicht nachhaltig verdient gemacht hat. Darüber hinaus hat er nicht im geringsten nachgewiesen, über die notwendigen Skills zu verfügen, die für diese Herkulesaufgabe zwingend nötig sind. Wir brauchen in unserer jetzigen Lage die bestmöglichen Lösungen und da reicht es nicht ein Marler Junge mit „semi-erfolgreicher“ Schalker Vergangenheit zu sein. Wenn es so ist, hätte man auch einen Wetklo, Wolf etc. ins Boot holen können, was genauso absurd gewesen wäre. Auch die Personalien Asamoah und Büskens sehe ich kritisch, weil es einfach zu sehr nach Folklore riecht und nicht nach dem ernsthaften Bemühen, den Club endlich professionell aufzustellen. Hier wird seitens des Aufsichtsrates Blendwerk betrieben, weil es um Machterhalt geht und nicht um das Wohl des Clubs. Und genau das ist der Hauptgrund für den Niedergang unseres Vereins!!!

      ExilBueraner schrieb:

      Der Hauptschuldige war Merk, sonst niemand! Er hat viel zu lange spielen lassen und diese Freistoßentscheidung kam auch noch nach Ablauf der angezeigten Nachspielzeit. Dazu noch diese willkürliche Rückpassentscheidung!
      Oder man gewinnt in Stuttgart und spielt nicht auf 0:0.
      "Der Hauptschuldige ist Merk, sonst niemand", doch Schalke. Als hätte man sein Schicksal nicht selbst in der Hand gehabt.
      Zu Schober: Ujfalusi hat damals den Ball im Zweikampf mit einer fast schon verzweifelten Grätsche in Richtung des eigenen Tores gespitzelt. Es gab keinen Grund zu der Annahme, dass das als Rückpass gewertet würde - außer, dass es eben gegen die Bayern ging. Mir ist kein anderes Beispiel für eine solche Entscheidung bekannt. Schober trifft keine Schuld.

      Zu Professionalisierung und Folklore: Wäre ein Fußballverein ohne Folklore wirklich das, was wir uns wünschen? Ist Folklore immer etwas Schlechtes und Professionalisierung immer gut? Sind "Profis" immer erfolgreich? Gibt es nur eine einzige Art, professionell zu arbeiten, und schließt diese Art Folklore per Definition aus?

      Für mich sind alle dieser Fragen mit Nein zu beantworten. Ich gehe sogar noch weiter: Unsere fehlgeleiteten Versuche in der "Professionalisierung" sind einer der "Gründe für den beispiellosen Niedergang des FC Schalke 04" aus dem Threadtitel. Sie sind so schief gegangen, dass sie uns nicht nur weniger erfolgreich gemacht haben, sondern auch den auf Schalke so wichtigen Aspekten wie Vereinstreue, Identifikation, familiärer Atmosphäre, Gemeinschaft und unbedingter Unterstützung sehr geschadet haben. Jedes Mal, wenn wir bei Neueinstellungen im Spielerkader oder bei den Verantwortlichen nur auf professionelle Gesichtspunkte und nicht auf charakterliche Eignung für Schalke geachtet haben, lagen wir daneben.

      Ich habe keinen Bock mehr auf Leute, die Schalke - ganz professionell - als spannendes Projekt oder den nächsten Schritt begreifen und nach dem Scheitern - ganz professionell - zum nächsten Projekt oder zum nächsten Schritt weiterziehen. Ein bisschen mehr Folklore darf es dann schon gerne sein. Man muss nicht zwingend schon als Schalker zu uns kommen, aber eine Begeisterungsfähigkeit für Schalke sollte schon dabei sein. So wie damals bei Büskens, der ja letztens im Interview noch darüber gesprochen hat.

      Schalke ist Folklore, und das ist auch gut so. Man kann kompetent und professionell arbeiten und das Besondere an Schalke zu schätzen wissen - und das nicht nur als Marke oder Sprungbrett. Der einzige Vorteil unserer schlimmen Situation ist, dass wir geradezu zu diesem Weg gezwungen sind. Sportlich und finanziell sind wir unattraktiv, also kommen jetzt wieder Leute zu uns, die für Schalke und wegen Schalke auf Schalke sein wollen. Dafür ist es keine Minute zu früh.
      "Dieser tolle Verein muss wieder gemeinsame Werte verfolgen. Die Verbundenheit und Liebe der Menschen zu Schalke 04 ist unsere größte Stärke, eine unglaubliche Kraft. Ein Cheftrainer, der dies vorlebt, ist enorm wichtig." (Horst Heldt)

      "Good foul. Really good foul." (Danny Murphy)

      17. März 2011: Château La Grâce Dieu Saint Emilion Grand Cru 2005

      Grubenlampe schrieb:


      Ich habe keinen Bock mehr auf Leute, die Schalke - ganz professionell - als spannendes Projekt oder den nächsten Schritt begreifen und nach dem Scheitern - ganz professionell - zum nächsten Projekt oder zum nächsten Schritt weiterziehen. Ein bisschen mehr Folklore darf es dann schon gerne sein.

      Ich habe wenig Probleme mit den Goretzkas, McKennies oder Kabaks, die Schalke als Sprungbrett begreifen.
      Giftiger für den Kader sind zwei andere Typen:

      * Die, die man mit Geld zuschütten muss, damit sie überhaupt kommen. Deren Eigenmotivation fällt in Krisenzeiten schnell einer "Wo zur Hölle bin ich hier gelandet!? Na, Hauptsache, die zahlen gut..!" Einstellung zum Opfer.

      * Und die mittleren Alters, für die Schalke der wahrscheinliche Karrierehöhepunkt bedeutet und die unterbewußt satt sind. Denen fehlt die obengenannte Sprungbrett-Motivation. Von Düsseldorf weg und Mailand wird kaum anrufen. Sowas. Wie häufig wundern wir uns, dass "ordentliche Kicker" bei uns - meist nach sogar ganz nettem Start - immer phlegmatischer werden.

      Wie immer gilt: Nix ist allgemein gültig, es gibt immer Gegenbeispiele. Aber auf Spieler, für die Schalke ein "spannendes Projekt" oder eine geplante Leiterstufe ist, würde ich nicht verzichten. Zusätzlich zur Knappenschmiede und Folklore.
      Launische Forum Dackel Diva

      Weltkulturerbe schrieb:

      Grubenlampe schrieb:

      Ich habe keinen Bock mehr auf Leute, die Schalke - ganz professionell - als spannendes Projekt oder den nächsten Schritt begreifen und nach dem Scheitern - ganz professionell - zum nächsten Projekt oder zum nächsten Schritt weiterziehen. Ein bisschen mehr Folklore darf es dann schon gerne sein.
      Ich habe wenig Probleme mit den Goretzkas, McKennies oder Kabaks, die Schalke als Sprungbrett begreifen.
      Giftiger für den Kader sind zwei andere Typen:


      Bei Goretzka nervte mich eher das Theater um den Wechsel. Es wußte eh schon jeder, was Sache ist, bevor es dann offiziell verkündet wurde. Angeblich soll er uns bereits im Wort gewesen sein. Das Problem im modernen Fußball ist, dass manche Clubs (Vereine sind sie ja nicht) eine marktbeherrschende Stellung einnehmen, die dadurch in der Lage sind jeden Spieler, den sie wollen, abzuwerben. Diese Clubs wissen natürlich, wann ein Vertrag abläuft und baggern den Spieler rechtzeitig an.

      Ich habe auch kein Problem, wenn Goretzka uns als Sprungbrett sah. Ich hatte ein Problem mit dem Eiertanz und dass wir am Ende des Tages keine Ablöse kassierten. Sein Marktwert soll ja EUR 40 Mio haben. Die hätten uns schon weiter bringen können.

      Deeznuts10 schrieb:

      ExilBueraner schrieb:

      Der Hauptschuldige war Merk, sonst niemand! Er hat viel zu lange spielen lassen und diese Freistoßentscheidung kam auch noch nach Ablauf der angezeigten Nachspielzeit. Dazu noch diese willkürliche Rückpassentscheidung!
      Oder man gewinnt in Stuttgart und spielt nicht auf 0:0."Der Hauptschuldige ist Merk, sonst niemand", doch Schalke. Als hätte man sein Schicksal nicht selbst in der Hand gehabt.

      Dass in Stuttgart die Nerven flatterten, war irgendwie nachvollziehbar. Für die ging es damals um den Klassenerhalt.

      Wie auch, immer. Es ist dumm gelaufen. Schon das Spiel in Bochum hätten wir gewinnen müssen (ähnlich wie 6 Jahre später).

      Ich finde trotzdem, dass wir es mehr verdient hätten als die Bayern.

      Es ist 20 Jahre her und es verdirbt mir nicht die Lebensfreude. Es gibt ja auch wichtigeres im Leben (für mich sind das meine Kinder). Aufgrund der massiven wirtschaftlichen Ungleichgewichte in der deutschen Fußballlandschaft wird es eben lange dauern, bis wir wieder in die Nähe kommen. Ist mir aber immer noch lieber als Anhänger von "Rasenballsport Schalke Fuschl am See 04" und ein verbundenes Unternehmen in einem Konzern (gegen den ich grundsätzlich nichts habe) zu sein.

      A comfortable man schrieb:


      Bei Goretzka nervte mich eher das Theater um den Wechsel.

      Ja, unbestritten. Punkt ist aber: Die "Goretzkas", die Schalke als Sprungbrett sehen, die müssen auch die Leistung bringen, vom Sprungbrett abzuheben. Hätte der Mann bei uns keine Entwicklung gemacht, wäre er auch nicht bei Bayern gelandet. Oder McKennie nicht für Juve interessant geworden.

      Also, im Gegensatz zu User Grubenlampe meine ich: Her mit mehr Goretzkas!
      Man muss halt nur gucken, dass man möglichst auch Ablöse kassiert. Aber sogar ohne Ablöse profitiert man auch von der Leistung.
      Launische Forum Dackel Diva
      Goretzka hat in einer ziemlich erfolgreichen Schalker Mannschaft gespielt. Zu diesem Erfolg hat er natürlich auch beigetragen.

      Aber im Mannschaftssport stellt sich natürlich auch die Frage, wie ein Spieler reagiert, wenn es richtig schlecht läuft. Und da sehen wir zur Zeit einige Beispiele. Wie es bei Goretzka gewesen wäre, wissen wir nicht.

      Nach meinem Empfinden kann es da nicht schaden, wenn die Spieler für Schalke etwas leisten wollen - und nicht nur für die eigene Entwicklung, den nächsten Schritt, den Marktwert oder das Image. Natürlich denken alle Profifußballer auch an diese Dinge. Aber ein bisschen Begeisterung für Schalke ist bei manchen eben auch dabei. Und das sind die Leute, bei denen ich auch in der Krise Vertrauen in die Motivation hätte.
      "Dieser tolle Verein muss wieder gemeinsame Werte verfolgen. Die Verbundenheit und Liebe der Menschen zu Schalke 04 ist unsere größte Stärke, eine unglaubliche Kraft. Ein Cheftrainer, der dies vorlebt, ist enorm wichtig." (Horst Heldt)

      "Good foul. Really good foul." (Danny Murphy)

      17. März 2011: Château La Grâce Dieu Saint Emilion Grand Cru 2005

      Weltkulturerbe schrieb:

      Hoffenheim kann lästig sein, ist aber kein Faktor für den Niedergang von Schalke. Die waren dreimal(?) in ihrer 12jährigen Buli-Geschichte international qualifiziert und bewegen sich doch meist im Mittelfeld.

      RB ist natürlich etwas anderes. Ich glaube, der Aufstieg der Leipziger mit den klar geäußerten Ambitionen als kommender "Big Player" hat auf Schalke - oder in Rheda - die Einsicht gebracht hat, dass man jetzt wieder Geld in die Hand nehmen muss, will man die CL nicht ganz aus den Augen verlieren. Deshalb kam Heidel und liess die Kreditkarte glühen. Der Anfang vom Ende war Panik vor Leipzig.
      Ich glaub nicht, dass der Abstieg besonders viel mit der vergebenen imaginären Hatz nach der Meisterschaft zu tun hat, sondern vielmehr mit der Globalisierung des Fußballs, dem neureichen Aufstieg der Engländer und den enormen Verdienstmöglichkeiten in der CL und Investoren. Wir haben seit ein paar Jahren einfach keine Schnitte mehr, um den Kader in der Qualität zusammenzutransferieren wies noch unter Müller, sogar teilweise unter Heldt der Fall war. Kein Transfer mehr ohne vorherigen Verkauf von Tafelsilber, keine Chance mehr auf talentierte Stürmer aus Holland, Dänemark oder Belgien, wenn die Engländer mitbieten. Das ist ein kategorischer struktureller Unterschied, der da vorliegt.

      Leute wie Farfan, Wilmots oder Rakitic würden heutzutage 30-50 mio kosten. Das spielt ein normaler Club nicht mehr ein. Auch sind früher fast alle besseren Spieler aus der hinteren BL-Tabellenregion bei Schalke gehandelt worden: Bajramovic, Kobi, Geis, Neustädter, di Santo oder Sam. Von Ailton etc. ganz zu schweigen. Das würde heutzutage Spielern vom Niveau Bellarabi, Wamangituka, Demirbay oder Neuhaus gleichkommen. Natürlich wären wir nicht auf Platz 18 mit solchen Transfers. Nur sind die für einen normalen Club in eine völlig utopische Ferne gerückt.

      Wenn die Arena für den Goldregen des Clubs sorgen sollte, dann haben die Verantwortlichen in der Entrücktheit der Jahrtausendwende nicht vorausgesehen, dass Zuschauereinnahmen eines Tages grad noch mal 15% der Einnahmen ausmachen würden. Ich glaube unser Abstieg liegt daher in der Struktur der Dinge selbst und ist bei längerem Betrachtungszeitruam eher sogar der Normalfall, sobald man mal ein paar Transfers in der Sand setzt. Das kann Vereine, die jetzt oben sind, wie Frankfurt oder Gladbach in 3 Jahren genauso treffen. Und wird es auch.

      schalkograd04 schrieb:

      Weltkulturerbe schrieb:

      Hoffenheim kann lästig sein, ist aber kein Faktor für den Niedergang von Schalke. Die waren dreimal(?) in ihrer 12jährigen Buli-Geschichte international qualifiziert und bewegen sich doch meist im Mittelfeld.

      RB ist natürlich etwas anderes. Ich glaube, der Aufstieg der Leipziger mit den klar geäußerten Ambitionen als kommender "Big Player" hat auf Schalke - oder in Rheda - die Einsicht gebracht hat, dass man jetzt wieder Geld in die Hand nehmen muss, will man die CL nicht ganz aus den Augen verlieren. Deshalb kam Heidel und liess die Kreditkarte glühen. Der Anfang vom Ende war Panik vor Leipzig.
      Ich glaub nicht, dass der Abstieg besonders viel mit der vergebenen imaginären Hatz nach der Meisterschaft zu tun hat, sondern vielmehr mit der Globalisierung des Fußballs, dem neureichen Aufstieg der Engländer und den enormen Verdienstmöglichkeiten in der CL und Investoren. Wir haben seit ein paar Jahren einfach keine Schnitte mehr, um den Kader in der Qualität zusammenzutransferieren wies noch unter Müller, sogar teilweise unter Heldt der Fall war. Kein Transfer mehr ohne vorherigen Verkauf von Tafelsilber, keine Chance mehr auf talentierte Stürmer aus Holland, Dänemark oder Belgien, wenn die Engländer mitbieten. Das ist ein kategorischer struktureller Unterschied, der da vorliegt.
      Leute wie Farfan, Wilmots oder Rakitic würden heutzutage 30-50 mio kosten. Das spielt ein normaler Club nicht mehr ein. Auch sind früher fast alle besseren Spieler aus der hinteren BL-Tabellenregion bei Schalke gehandelt worden: Bajramovic, Kobi, Geis, Neustädter, di Santo oder Sam. Von Ailton etc. ganz zu schweigen. Das würde heutzutage Spielern vom Niveau Bellarabi, Wamangituka, Demirbay oder Neuhaus gleichkommen. Natürlich wären wir nicht auf Platz 18 mit solchen Transfers. Nur sind die für einen normalen Club in eine völlig utopische Ferne gerückt.

      Wenn die Arena für den Goldregen des Clubs sorgen sollte, dann haben die Verantwortlichen in der Entrücktheit der Jahrtausendwende nicht vorausgesehen, dass Zuschauereinnahmen eines Tages grad noch mal 15% der Einnahmen ausmachen würden. Ich glaube unser Abstieg liegt daher in der Struktur der Dinge selbst und ist bei längerem Betrachtungszeitruam eher sogar der Normalfall, sobald man mal ein paar Transfers in der Sand setzt. Das kann Vereine, die jetzt oben sind, wie Frankfurt oder Gladbach in 3 Jahren genauso treffen. Und wird es auch.
      Das ist alles schön und gut, und ich würde ziemliche viele, vielleicht auch fast alle, Aussagen unterschreiben.
      Es erklärt aber eben nicht, warum Freiburg, Gladbach, Frankfurt und selbst Union Berlin besser dastehen als wir.
      Unser Weg war falsch, nicht von vornherein, sondern unter den gegebenen bzw. veränderten Rahmenbedingungen die du teilweise zutreffend beschreibst.
      Es gab eben 2016 die Chance den anderen Weg einzuschlagen bzw. einfach nur weiter zu gehen.
      Wir waren auf dem Konsolidierungspfad.
      Das Geld von Sane und Kehrer einzusammeln, die Verschuldung schrittweise zurückzuführen.
      Ja, sehr wahrscheinlich würden wir jetzt 5 Jahren keine CL gespielt haben, aber eben auch nicht auf dem letzten Platz stehen und absteigen.
      ja schon und klare Zustimmung für scharfe Kritik an Heidels Finanzpolitik, aber es ist ein Rattenrennen, wos immer mal 2-3 trifft, die vor Saisonbeginn nicht damit gerechnet haben. Sicher hatten wir mistige Transfers ohne Augenmaß + keine Rücklagen + Corona + abgehalfterten Vorstand. Viel Hausgemachtes. Trotzdem wird unser Schicksal in den nächsten Jahren auch andere treffen. Und Freiburg und Union können schneller in Liga 2 sein als wir raus sind.

      schalkograd04 schrieb:

      Trotzdem wird unser Schicksal in den nächsten Jahren auch andere treffen. Und Freiburg und Union können schneller in Liga 2 sein als wir raus sind.

      Das wissen die aber. Bei beiden wird kein Chaos ausbrechen. Ich würde fast raten, in dem Moment, wo Freiburgs Abstieg feststeht, wird der Vertrag von Streich nochmal um zwei Jahre verlängert. :D

      Schalkes Abstieg ist schon außergewöhnlich. Nicht einmal, dass er passiert. Das ist zwar schon an sich eine Sensation, denn eigentlich ist - wie 11Freunde treffend analysiert haben - Schalke als konstant in den Top-20-Umsätzen in Europa eigentlich "to big to fail". Vulgo: Soviel Scheiss kann man gar nicht anrichten, dass so ein Klub absteigt. Selbst wenn man es drauf anlegt. Praktisch unmöglich.

      Nein, dazu kommt das "wie". So erbärmlich, das es nur noch darum geht, der zweit-, dritt- oder viertschlechteste Absteiger aller Zeiten zu werden. Wobei die historischen Kontrahenten echte Abstiegskandidaten waren und nicht ein Umsatzgigant wie wir.

      "Unser Schicksal" wird - vermutlich auf ewig - historisch bleiben.
      Es sei denn, nächstes Jahr steigt Dortmund ab.
      Launische Forum Dackel Diva

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Weltkulturerbe ()

      ExilBueraner schrieb:

      Der Hauptschuldige war Merk, sonst niemand!
      Der Hauptschuldige war, dass Schalke einfach zu schlecht war

      Meister - Punktetabelle
      '96: 68 Punkte
      '97: 71 Pt
      '98: 68 Pt
      '99: 78 Pt
      '00: 73 Pt
      --- '01 Schalke: 62(!!) Punkte
      '02: 70 Pt
      '03: 75 Pt
      '04: 74 Pt
      '05: 77 Pt
      '06: 75 Pt

      Dass man mit dieser ulkigen Punktezahl überhaupt um den 1.Platz mitspielen konnte, war ein echtes Fußballwunder;
      Normalerweise heißen 62 Pt etwa Platz 3, vielleicht auch nur #4 - die Bayern wurden 2001 der 4.schlechteste Meister der Bundesligageschichte.

      Finde unterhaltsam, wie hier beständig davon erzählt wird, unsere guten Plätze über die Jahre seien alle nur irgendwie unverdient erstolpert gewesen;
      Aber 2001? Das hätte 100% der Meistertitel sein müssen; beste Mannschaft aller Zeiten; nur der Fußballgott, Merk, der DFB & evtl Schober sind schuld, dass es nicht gereicht hat.

      .. In der hier oft verlachten Tedesco-Vizemeister-Saison, in der es es ja nur zum 2.Platz reichte, weil die anderen Mannschaften noch scheißiger waren, holten wir übrigens 63 Punkte.
      "Leider hat die AfD recht" - Bueraner
      Ja, lustigerweise liegt die legendäre Fastmeistersaison nur auf Platz 9 (!) unserer besten Bundesliga-Ergebnisse. Wen die komplette Liste interessiert:

      1. 71/72, 76 Punkte, Platz 2, Horvat
      2. 06/07, 68 Punkte, Platz 2, Slomka
      3. 09/10, 65 Punkte, Platz 2, Magath
      4. 11/12, 64 Punkte, Platz 3, Stevens
      5. 07/08, 64 Punkte, Platz 3, Büskens/Mulder
      6. 13/14, 64 Punkte, Platz 3, Keller
      7. 17/18, 63 Punkte, Platz 2, Tedesco
      8. 04/05, 63 Punkte, Platz 2, Rangnick
      9. 00/01, 62 Punkte, Platz 2, Stevens
      10. 01/02, 61 Punkte, Platz 5, Stevens
      10. 05/06, 61 Punkte, Platz 4, Slomka

      Es gibt 2x Platz 10, da Punkte (61) und Tordifferenz (+16) gleich sind. Die Saison 71/72 ist umgerechnet auf die 3-Punkte-Regel, logisch.


      Als Service noch unsere Top-3 nach erzielten Toren:

      1. 76/77, 77 Tore, 60 Punkte, Platz 2, Rausch
      2. 71/72, 76 Tore, 76 Punkte, Platz 2, Horvat
      3. 75/76, 76 Tore, 50 Punkte, Platz 6, Rausch


      Als weiterer Service die Top-3 der Neuzeit nach erzielten Toren:

      1. 11/12, 74 Tore, 64 Punkte, Platz 3, Stevens
      2. 00/01, 65 Tore, 62 Punkte, Platz 2, Stevens
      3. 13/14, 63 Tore, 64 Punkte, Platz 3, Keller


      Die besten Tordifferenzen hatten übrigens Horvat 71/72 mit +40 vor 2x Stevens 00/01 und 11/12 mit je +30.
      Nehmen wir die 2. Liga dazu, holt sich 83/84 unter Ferner mit 95 Toren und einer Tordifferenz von +50 zwei Rekorde. Die beste historische Punktzahl hätte 90/91 unter Neururer/Ristic mit umgerechnet 80 Punkten, allerdings bei 38 Spielen. Im Punkteschnitt pro Spiel bliebe 71/72 vorne.
      Launische Forum Dackel Diva

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Weltkulturerbe ()

      Weltkulturerbe schrieb:

      Das wissen die aber. Bei beiden wird kein Chaos ausbrechen. Ich würde fast raten, in dem Moment, wo Freiburgs Abstieg feststeht, wird der Vertrag von Streich nochmal um zwei Jahre verlängert. :D

      Schalkes Abstieg ist schon außergewöhnlich. Nicht einmal, dass er passiert. Das ist zwar schon an sich eine Sensation, denn eigentlich ist - wie 11Freunde treffend analysiert haben - Schalke als konstant in den Top-20-Umsätzen in Europa eigentlich "to big to fail". Vulgo: Soviel Scheiss kann man gar nicht anrichten, dass so ein Klub absteigt. Selbst wenn man es drauf anlegt. Praktisch unmöglich.
      also das ist eben nicht ganz korrekt und galt für Jahre mit internationaler Teilnahme.
      Und damit bist du auch gleich bei dem Problem, diese Umsätze mussten wir uns nämlich stets teuer erkaufen.
      In Lautern (3:2 für Lautern): Skandalelfmeter Hristov beim Spielstand 0:2. +3 Punkte.

      In Köln (2:2): Kein Handelfmeter beim Spielstand 0:2. +2 Punkte

      In Bochum (1:1): Kein Elfmeter nach Foul an Asamoah in der 85. Minute. +2 Punkte.

      Das waren groteske Fehlentscheidungen, die heute mit VAR niemals so getroffen worden wären. Allein das wären damals sichere +7 Punkte gewesen.

      Das ärgert mich heute noch, auch wenn es natürlich wichtigeres im Leben gibt. Die Sache mit Merk relativiert sich etwas, wenn man sieht, dass Bayern vorher durch Janker ein klares Tor erzielt hatte, dass aber wegen Abseits nicht anerkannt wurde.

      Sowohl 2001 als auch 2007 wären wir verdienter Meister gewesen. 2007 wurde die Meisterschaft leichtfertig weggeschmissen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kroninger ()