Steuernachzahlung in zweistelliger Millionenhöhe möglich?

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      ghosty666 schrieb:

      Il Barto schrieb:

      Aber ist frei essen und frei saufen tatsächlich fast 400 Euro wert? Der Verein hat den Selbstkostenpreis angesetzt (also Mitarbeiterpreise), das Finanzamt das, was ein Kunde bezahlen müsste. Wie begründet sich diese Bewertung?
      Extrembeispiele sind bei Microsoft oder IBM gut vorstellbar.Findige Manager lassen den Grossteil des Lohnes dann in Form von weiterverkaufbaren Downloadcodes bezahlen, und argumentieren das der Selbstkostenpreis für diese Codes bzw. die Softwarekopie bei wenigen Cent liegt.
      Schönes Beispiel. Setzt du da die Preise für einzelne Privatkunden an, einen Paketpreis für Firmenkunden, oder einen der vergünstigten für z.B. Schülereditionen?
      Die Jagdsaison ist wieder eröffnet. Fackeln und Mistgabeln zum halben Preis! Holt sie euch, solange sie noch frisch sind!

      ghosty666 schrieb:

      Il Barto schrieb:

      Aber ist frei essen und frei saufen tatsächlich fast 400 Euro wert? Der Verein hat den Selbstkostenpreis angesetzt (also Mitarbeiterpreise), das Finanzamt das, was ein Kunde bezahlen müsste. Wie begründet sich diese Bewertung?
      Extrembeispiele sind bei Microsoft oder IBM gut vorstellbar.Findige Manager lassen den Grossteil des Lohnes dann in Form von weiterverkaufbaren Downloadcodes bezahlen, und argumentieren das der Selbstkostenpreis für diese Codes bzw. die Softwarekopie bei wenigen Cent liegt.
      Beim Verkauf solcher Codes stimme ich Dir zu. Wenn aber ein Mitarbeiter von Microsoft ein Office Paket für 20 EUR anstelle von 100 EUR zur Selbstnutzung erhält sehe ich das Problem ehrlich gesagt nicht. Wieso muss sich der Staat da einmischen? So lange es nicht weiterverkauft wird.
      Gibt es denn Indizien dazu, dass es bei Schalke einen Weiterverkauf der Tickets gegeben hat? Das fände ich dann ehrlich gesagt auch kritikwürdig.
      Ich blicke ständig über den Tellerrand. Aber Schalke ist der Nullpunkt in meinem Koordinatensystem, der Fluchtpunkt zu dessen Perspektive ich in andere Richtungen schauen kann!

      Bueraner schrieb:

      ghosty666 schrieb:

      Il Barto schrieb:

      Aber ist frei essen und frei saufen tatsächlich fast 400 Euro wert? Der Verein hat den Selbstkostenpreis angesetzt (also Mitarbeiterpreise), das Finanzamt das, was ein Kunde bezahlen müsste. Wie begründet sich diese Bewertung?
      Extrembeispiele sind bei Microsoft oder IBM gut vorstellbar.Findige Manager lassen den Grossteil des Lohnes dann in Form von weiterverkaufbaren Downloadcodes bezahlen, und argumentieren das der Selbstkostenpreis für diese Codes bzw. die Softwarekopie bei wenigen Cent liegt.
      Beim Verkauf solcher Codes stimme ich Dir zu. Wenn aber ein Mitarbeiter von Microsoft ein Office Paket für 20 EUR anstelle von 100 EUR zur Selbstnutzung erhält sehe ich das Problem ehrlich gesagt nicht. Wieso muss sich der Staat da einmischen? So lange es nicht weiterverkauft wird.Gibt es denn Indizien dazu, dass es bei Schalke einen Weiterverkauf der Tickets gegeben hat? Das fände ich dann ehrlich gesagt auch kritikwürdig.
      Naja, da werden Gehaltsbestandteile als Sachleistung ausgezahlt.
      Das kann ja richtig grosse Dimensionen annehmen.
      Du arbeitest nurnoch für 3/4 des sonst üblichen Lohnes, dafür stellt dir die Baufirma ein Grundstück zu Verfügung und setzt dir ein schickes Haus drauf.
      Du darst es nicht weiterverkaufen aber drin wohnen.
      Und dann?
      Sozialabgaben? Steuern?
      Nee, dass funktioniert nicht.
      Bei Firmenwagen ist das ja auch ausgeartet, und wenn wir nicht die Automobilindustrie als Profiteur hätten, wäre das längst vom Finanzamt beendet worden.
      Finde es grundsätzlich gut das der Staat da rigoros durchgreift.
      Sonst sind die Sozialsysteme erst recht nicht mehr zu bezahlen.

      Il Barto schrieb:

      ghosty666 schrieb:

      Il Barto schrieb:

      Aber ist frei essen und frei saufen tatsächlich fast 400 Euro wert? Der Verein hat den Selbstkostenpreis angesetzt (also Mitarbeiterpreise), das Finanzamt das, was ein Kunde bezahlen müsste. Wie begründet sich diese Bewertung?
      Extrembeispiele sind bei Microsoft oder IBM gut vorstellbar.Findige Manager lassen den Grossteil des Lohnes dann in Form von weiterverkaufbaren Downloadcodes bezahlen, und argumentieren das der Selbstkostenpreis für diese Codes bzw. die Softwarekopie bei wenigen Cent liegt.
      Schönes Beispiel. Setzt du da die Preise für einzelne Privatkunden an, einen Paketpreis für Firmenkunden, oder einen der vergünstigten für z.B. Schülereditionen?
      "
      2) 1Einnahmen, die nicht in Geld bestehen (Wohnung, Kost, Waren, Dienstleistungen und sonstige Sachbezüge), sind mit den um übliche Preisnachlässe geminderten üblichen Endpreisen am Abgabeort anzusetzen.
      "

      Ich meine das ist doch ziemlich einfach. Im Familienblock kannst du den reduzierten Preis als üblich ansehen, in der VIP Tribüne klappt diese Argumentation nicht.
      Da ich eine Sport Bild geerbt habe, möchte ich 2 für das Verständnis wichtige Punkte aus dem Artikel verkürzt erwähnen, die in den freien Zusammenfassungen anderer Seiten zu kurz kommen:


      Sport Bild schrieb:

      Also wurde der Ticketwert vom Prüfer auf mehr als 300 € hochgesetzt. Viel zu viel aus Schalker Sicht. So teuer ist sonst keine Karte im VIP-Bereich auf der Haupttribüne. Eine Begründung des Prüfers für den exorbitanten Aufschlag: die Gäste hätten nach dem Spiel direkten Kontakt zu den Schalke-Stars.
      Ironische Anmerkung von mir: Das 30 € für VIP-Tickets mit Bewirtung durch Starkoch viel zu niedrig angesetzt sind, dürfte klar sein, aber wenn die Karten nur an Spieler, Angestellte und (indirekt) deren Bagage vergeben werden, verstehe ich diesen speziellen Mehrwert nicht wirklich. Sonst könnte der Verein demnächst auch Kabineneintritt von Ersatzspielern wie Mercant oder Spielerkindern, Betreuern, Masseuren und Co-Trainern verlangen, weil sie dort neben kommenden Bayernstars wie Alexander "Magic" Nübel ehrfürchtig ihre Corny-Powerriegel und Wasser aus dem hauseigenen Wasserspender verdrücken dürfen.



      Sport Bild schrieb:

      Hätte der Finanz-Zoff vermieden werden können, wenn Schalke Paragraf 37b des EStG angewendet hätte? (demnach könnten Sachzuwendungen an eigene Arbeitnehmer oder fremde Dritte vom Verein pauschal mit 30 % versteuert werden) Schalkes Finanzdirektorin Christina Rühl-Hamers: "§37b wird und wurde im Zusammenhang mit dem Blauen Salon nicht angewendet, da die gesetzlichen Voraussetzungen nicht vorliegen". Grund: Schalke lädt nicht ein, sondern die Angestellten haben quasi einen Anspruch auf verbilligte VIP-Tickets. Begünstigungen sind aber nur bis zum Rabatt-Freibetrag von 1080 € im Jahr steuerfrei.
      Zero tolerance in anything related to free speech is antithetical to democracy and is destructive to promoting open discussions about important issues. What makes the American judicial system the foundation of our democracy is the realization that actions cannot be judged outside of context. We don’t judge just the action, we weigh the circumstances, the intent and any other factors that illuminate the cause of the action. Kareem Abdul-Jabbar

      Phil91 schrieb:

      Der unerfahrene Unternehmer macht aber in der Regel nicht seine Buchführung selbst. Das unternimmt eine Steuerberatungskanzlei. Und diese sollte wissen was Sache ist. ;)
      Und solche Rückforderungen bei einem Unternehmen sind nicht unüblich. Dass dies nun in der Öffentlichkeit dargestellt wird, ist nicht ideal. Ähnliche Fälle (vllt. nicht in der Größenordnung) wird es in jedem größeren Unternehmen geben - egal ob Schalke 04, RTL, VW oder sonst was.
      Im Rahmen des Rechtsbehelfs- bzw. Klageverfahrens wird sich vermutlich auf einen Wert zwischen den 80€ und den 300€ verständigt. Die Steuerschuld wurde gezahlt um bei einer möglichen Erstattung die 6% Zinsen mitzunehmen. Ich sehe das alles was gelassener.

      Aber der Ansatz von nur 35€ ist schon bedenklich. Wären aber sofort 300€ angesetzt worden und es käme zum Vorschein, wäre hier auch das Gejaule groß, wieso man solche Zahlen ansetzt.
      Ich gebe dir grundsätzlich recht, dass man nicht päpstlicher als der Papst agieren muss.
      Und ich bin ja auch ein großer Freund von der Vorgehensweise, dass man dem (Finanzamts-)Prüfer auch was "anbieten" sollte. Sprich: Durchaus einige Sachverhalte zu sehr zum eigenen Vorteil interpretieren, so dass der Prüfer diese finden kann, schnell sein Mehrergebnis erzielt hat, damit zufrieden ist und nicht weiter in die Tiefe geht oder schlimmer noch, kreativ wird. Denn dann wird's teuer.
      Bestenfalls sind dies Verschiebungen in andere Perioden: z. B. zu hohe Abschreibungen. Der Prüfer korrigiert für seinen Prüfungszeitraum (und hat damit sein Mehrergebnis) und der Steuerpflichtige schreibt halt länger ab, aber ihm geht insgesamt kein Aufwand verloren.

      Zurück zum Thema: Für wie blöd hält man die Finanzverwaltung? Der Ansatz von 35 Euro entbehrt jeglicher Grundlage. Wenn der Prüfer das sieht, muss er das korrigieren. Und dann muss er natülich den richtigen Wert ansetzen. Und bei Sachbezügen ist der Wert nun mal der "um übliche Preisnachlässe geminderte übliche Endpreis am Abgabeort im Zeitpunkt der Abgabe" (Quelle: Haufe, Beitrag: Sachbezüge). Also ist der Ansatz mit dem Preis vergleichbarer VIP-Karten schon richtig. Wie hoch genau? Verhandlunssache.


      Wahrscheinlich hätte man es direkt mit dem Selbstkostenpreis von 80 Euro versuchen sollen. Das ist zwar auch falsch, aber man hätte eine Diskussionsgrundlage gehabt. Je nach Tagesform des Prüfers, dem Umstand ob er sein Mehrergebnis schon erzielt hat, geschickter Handlungsweise bzw. Verhandlung mit dem Prüfer oder elegante Ablenkung des Prüfers auf andere Themen hätte man mit dem Wert mit etwas Glück durchkommen können.

      Aber der 35 Euro Ansatz ist frech, dumm, dilettantisch. Dabei bleibe ich.
      Wer hat die Kokosnuss geklaut?

      Sport Bild schrieb:


      Sport Bild schrieb:

      Hätte der Finanz-Zoff vermieden werden können, wenn Schalke Paragraf 37b des EStG angewendet hätte? (demnach könnten Sachzuwendungen an eigene Arbeitnehmer oder fremde Dritte vom Verein pauschal mit 30 % versteuert werden) Schalkes Finanzdirektorin Christina Rühl-Hamers: "§37b wird und wurde im Zusammenhang mit dem Blauen Salon nicht angewendet, da die gesetzlichen Voraussetzungen nicht vorliegen". Grund: Schalke lädt nicht ein, sondern die Angestellten haben quasi einen Anspruch auf verbilligte VIP-Tickets. Begünstigungen sind aber nur bis zum Rabatt-Freibetrag von 1080 € im Jahr steuerfrei

      Versuch zur allgemeinen Einordung:

      Also geht es hier um die Lohnsteuer, die zu niedrig abgeführt wurde. Und Schuldner der Lohnsteuer ist der Arbeitgeber, also Schalke. Allerdings wird diese natürlich vom Lohn der Angestellten einbehalten.

      Somit ist klar, dass das Finanzamt die Forderung an Schalke stellt. Und Schalke korrigiert dann natürlich die Gehaltsabrechnungen und fordert das zuviel ausgezahlte Gehalt vom Angestellten zurück.
      Wer hat die Kokosnuss geklaut?

      Kaiser schrieb:

      Ich gebe dir grundsätzlich recht, dass man nicht päpstlicher als der Papst agieren muss.Und ich bin ja auch ein großer Freund von der Vorgehensweise, dass man dem (Finanzamts-)Prüfer auch was "anbieten" sollte. Sprich: Durchaus einige Sachverhalte zu sehr zum eigenen Vorteil interpretieren, so dass der Prüfer diese finden kann, schnell sein Mehrergebnis erzielt hat, damit zufrieden ist und nicht weiter in die Tiefe geht oder schlimmer noch, kreativ wird. Denn dann wird's teuer.
      Bestenfalls sind dies Verschiebungen in andere Perioden: z. B. zu hohe Abschreibungen. Der Prüfer korrigiert für seinen Prüfungszeitraum (und hat damit sein Mehrergebnis) und der Steuerpflichtige schreibt halt länger ab, aber ihm geht insgesamt kein Aufwand verloren.
      So einfach geht das?
      So ein Müll echt, überall wird die Hand aufgehalten aber Risikospiele soll dann der Verein selbst bezahlen nachdem der Staat Milliarden an Lohnsteuer durch die Buli Vereine einnimmt. Als ob die die 300 Euro nicht 10 mal in der normalen Lohnsteuer eines Spielers bei uns untergehen würde. Will garnicht wissen was wir da blechen, dann kann man auch mal 35 Euro ansetzen, man muss denen nicht auch noch den letzten Cent in den Rachen werfen. Wird später sowieso nur für Politik und andere unnötige Sachen verschwendet.