Die Saison ist vorbei und in der Sommerpause haben wir alle Zeit wieder etwas runterzukommen.
In der letzten Zeit kamen immer wieder nicht nett gemeinte Umschreibungen von Vereinsverantwortlichen auf. Nach der verständlicherweise vorhandenen Empörung und Verärgerung über viele verschiedene Dinge wollen wir jetzt wieder zurück zu einem niveauvollen Miteinander.

Daher bitten wir euch, über unsere Vereinsverantwortlichen wieder mit ihrem Namen zu sprechen. Nicht mit irgendwelchen Umschreibungen aus der Tierwelt oder ähnliches. Wir werden in Zukunft vermehrt darauf achten, dass wir wieder dahin zurückkommen, wie es mal war.

Steuernachzahlung in zweistelliger Millionenhöhe möglich?

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      Steuernachzahlung in zweistelliger Millionenhöhe möglich?

      Die Sport Bild berichtet in der heutigen Ausgabe, dass das Finanzamt Gelsenkirchen gegen den Verein wegen eines nicht ausreichend lohnversteuerten geldwerten Vorteils ermittelt und bereits eine Steuernachzahlung in Höhe von 2 Millionen EUR für die Jahre 2010 bis 2013 kassiert hat. Konkret geht es darum, dass Mitarbeiter und weitere dem Verein nahe stehende Personen Karten für den "Blauen Salon" für pauschal 35 EUR erhalten haben. Das Finanzamt setzt den Wert je Karte aber auf mehr als 300 Euro, wofür ein Steuersatz von bis zu 45 Prozent anfällt.

      Für das Finanzamt ist der Schuldner der Verein. Die 2 Mio. hat Schalke bereits beglichen, aber Einspruch eingelegt. Der Klub will sich das Geld im Fall einer Niederlage von den jeweiligen Personen zurückholen. Daher wurden in den letzten Tagen zahlreiche Betroffene angeschrieben, mit der Aufforderung, eine Verjährungsunterbrechung für das Jahr 2010 zu unterschreiben. Wer nicht unterschreibt, soll sofort zur Kasse gebeten werden.

      Laut Sport Bild kann es sich insgesamt um einen zweistelligen Millionenbetrag handeln, die das Finanzamt insgesamt zurückfordern könnte, weil die Jahre ab 2013 noch vom Finanzamt beanstandet werden können und man seitdem mit einem noch höheren Wert der jeweiligen Karten rechnen müsse.

      BildPlus: Steuer-Schulden! Darum bitte Schalke seine Mitarbeiter zur Kasse

      RunderBall schrieb:

      Der Klub will sich das Geld im Fall einer Niederlage von den jeweiligen Personen zurückholen. Daher wurden in den letzten Tagen zahlreiche Betroffene angeschrieben, mit der Aufforderung, eine Verjährungsunterbrechung für das Jahr 2010 zu unterschreiben. Wer nicht unterschreibt, soll sofort zur Kasse gebeten werden.
      Der Verein baut Scheiße und die Angestellten sollen nun dafür zahlen? Versteh ich da gerade irgendwas nicht?

      Ben1904 schrieb:

      RunderBall schrieb:

      Der Klub will sich das Geld im Fall einer Niederlage von den jeweiligen Personen zurückholen. Daher wurden in den letzten Tagen zahlreiche Betroffene angeschrieben, mit der Aufforderung, eine Verjährungsunterbrechung für das Jahr 2010 zu unterschreiben. Wer nicht unterschreibt, soll sofort zur Kasse gebeten werden.
      Der Verein baut Scheiße und die Angestellten sollen nun dafür zahlen? Versteh ich da gerade irgendwas nicht?
      die Angestellten haben die karten erhalten und somit profitiert.
      Hahahahahahahah - mehr fällt mir dazu erst mal nicht ein.

      Ich habe mir jetzt extra die SportBild gekauft, um den kompletten Artikel zu lesen.
      Wie kann man nur amateur- und stümperhaft sein?

      Ein Auszug: "Mehr als 300 € - viel zu viel aus Sicht der Schalke Verantwortlichen. So teuer ist sonst keine Karte in der Arena, auch nicht im VIP Bereich auf der Haupttribüne."

      Bitte was? Weiß der Verein nicht mal, dass diese 300 € exakt der Betrag ist, den man in der LaOla für eine Tageskarte bezahlen muss? Und mal davon abgesehen: Eigentlich müssten die Karten für den Blauen Salon ja sogar Höher angesetzt werden, als die besagten 300 € - da der BS wesentlich exklusiver ist, als die LaOla z. B.
      Auch die vom Verein angegebenen 80 € sind ja wohl ein Witz.

      Aber nun gut.

      Fazit: Bestes Beispiel mal wieder für die Inkompetenz eines Peter Peters - aber das ist ja nichts neues.

      Selbst wenn der Verein vor dem Finanzgericht Münster verlieren sollte und voll zur Kasse gebeten wird, würde das für PP auch keine Konsequenzen geben.
      1000 Freunde die zusammen stehen - dann wird der FC SCHALKE 04 niemals untergehen!
      In guten wie in schlechten Zeiten - immer und alles für SCHALKE 04!

      CT-SA schrieb:

      [...]
      Selbst wenn der Verein vor dem Finanzgericht Münster verlieren sollte und voll zur Kasse gebeten wird, würde das für PP auch keine Konsequenzen geben.
      Wie sehe das rechtlich aus:
      Müssten die AN den Betrag Schalke ersetzen oder ist es dann einfach pech des AG das er keine Ahnung hat?

      FDS9 schrieb:

      Wie sehe das rechtlich aus:
      Müssten die AN den Betrag Schalke ersetzen oder ist es dann einfach pech des AG das er keine Ahnung hat?
      Keine Ahnung, das kann ich leider auch nicht beantworten, wie das rechtlich ist.

      Für das Finanzamt ist natürlich Schalke der Ansprechpartner und der Übeltäter - das ist ja soweit auch richtig und nachvollziehbar. Aber ob Schalke wirklich ein Anrecht darauf hat, sich das dann von den Begünstigten wieder zu holen? Denn vom logischen her würde ich das eher so sehen, dass der Fehler klar auf unserer Seite liegt.

      @Controller Kannst du dazu vielleicht was sagen?
      1000 Freunde die zusammen stehen - dann wird der FC SCHALKE 04 niemals untergehen!
      In guten wie in schlechten Zeiten - immer und alles für SCHALKE 04!
      Also das ist wirklich erschreckend!

      Es ist ja nun nicht so, dass es zu dem Thema nicht Unmengen an Literatur, Verwaltungsanweisungen, Steuerkommentaren, etc. gäbe. Es ist eindeutig festgelegt, wie steuerlich mit VIP-Karten und insbesondere mit vergünstigt abgegeben VIP-Karten umgegangen werden muss. Und jeder, der mit Steuern zu tun hat (selbst der kleinste Steuerfachangestellte), hat zumindest schon mal davon gehört, dass es dazu bestimmte Regelungen gibt, die in einschlägiger Literatur problemlos nachzulesen sind.

      Dass ein unerfahrener Unternehmer, der gerade neu eine VIP-Loge angemietet hat und (Geschäfts-)Freunde einlädt, das am Anfang mal falsch machen kann, okay, aber doch kein riesiger Fußballverein mit Finanzvorstand und sicherlich großer Finanz- und Buchführungsabteilung, mit womöglich auch externer steuerlicher Beratung und Wirtschaftsprüfern, die sich das ganze am Jahresende auch noch mal angucken.

      Dieser Verein gibt selbst diese Karten aus und muss verdammt noch mal im Thema sein. Eigentlich sollte dieser Verein seinen Kunden dahingehend bei Verkauf der Karten beratend zur Seite stehen.
      Aber dieser Verein nicht, er macht es selber falsch...

      Das geht nicht! Das ist einfach dilettantisch!
      Wer hat die Kokosnuss geklaut?

      CT-SA schrieb:

      FDS9 schrieb:

      Wie sehe das rechtlich aus:
      Müssten die AN den Betrag Schalke ersetzen oder ist es dann einfach pech des AG das er keine Ahnung hat?
      Keine Ahnung, das kann ich leider auch nicht beantworten, wie das rechtlich ist.
      Für das Finanzamt ist natürlich Schalke der Ansprechpartner und der Übeltäter - das ist ja soweit auch richtig und nachvollziehbar. Aber ob Schalke wirklich ein Anrecht darauf hat, sich das dann von den Begünstigten wieder zu holen? Denn vom logischen her würde ich das eher so sehen, dass der Fehler klar auf unserer Seite liegt.

      @Controller Kannst du dazu vielleicht was sagen?
      Danke trotzdem. Ich würde es auch eher so sehen, dass der Fehler von Schalke gemacht wurde. Jedoch ist der Umgang mit AN bei uns ja auch nicht immer der beste. Vielleicht sind die Aufforderungen auch erstmal nach der Methode "Einfach mal fordern" entstanden.

      Kaiser schrieb:

      Und jeder, der mit Steuern zu tun hat (selbst der kleinste Steuerfachangestellte), hat zumindest schon mal davon gehört, dass es dazu bestimmte Regelungen gibt, die in einschlägiger Literatur problemlos nachzulesen sind.
      :arnie:

      Wir reden hier aber von Peter Peters. :ugly:


      @Kaiser Aber Spaß beiseite - hast absolut recht damit, was du geschrieben hast. Sehe ich genau so.
      Für die Schalke Partner gab es im August 2001 und dann noch mal 2014 (?) beim SponsorenTreff sogar dazu eine Art "Schulung", wie mit der richtigen Versteuerung von VIP Karten umgegangen werden muss.
      1000 Freunde die zusammen stehen - dann wird der FC SCHALKE 04 niemals untergehen!
      In guten wie in schlechten Zeiten - immer und alles für SCHALKE 04!
      Wundert mich das der Verein nicht wusste das Geldwerte Vorteile die Mitarbeitern gewährt werden Versteuert werden müssen.
      Durfte früher an der Firmentankstelle zum Einkaufspreis Tanken,aber schon ab Mitte der Zweitausender nicht mehr,da sich die Steuergesetze da wohl geändert haben,und jeder Vorteil hätte Versteuert werden müssen.
      Immer schalker
      Das erste Spiel BVB-Schalke 1:2 am 12.9.1970

      schalker 55 schrieb:

      Wundert mich das der Verein nicht wusste das Geldwerte Vorteile die Mitarbeitern gewährt werden Versteuert werden müssen.
      Wusste der Verein. Aber der hat/hatte den Standpunkt, dass die Karte nur ein Wert von 35€ hat. Dieser Betrag wird bestimmt versteuert worden sein.

      Aber die Finanzbehörde setzt den Wert auf 300,-€ an.

      Der strittige Punkt bei einer Gerichtsverhandlung wird dieser Betrag sein. Die Behörden werden argumentieren: Die Karte kostet im Verkauf 300,- € und dieser Betrag wird angesetzt.

      Schalke wird sagen: Für uns entstanden keine Kosten von 300,- €. Möglichwerweise wäre der Platz sogar leer geblieben.


      Untsrittig ist die Tatsache, dass die 35 € ein Witz sind. Ob Schalke das Geld von den Angestellten wieder holen kann, zweifel ich mal an. Auch nicht über eine Nachberechnung.

      Aber damit werden sich wohl die Gerichte jahrelang auseinandersetzen. Den Fehler sehe ich beim Verein. Der hätte es besser wissen müssen oder noch schlimmer, er wusste es besser und hat es trotzdem falsch gemacht.

      CT-SA schrieb:

      FDS9 schrieb:

      Wie sehe das rechtlich aus:
      Müssten die AN den Betrag Schalke ersetzen oder ist es dann einfach pech des AG das er keine Ahnung hat?
      Keine Ahnung, das kann ich leider auch nicht beantworten, wie das rechtlich ist.
      Für das Finanzamt ist natürlich Schalke der Ansprechpartner und der Übeltäter - das ist ja soweit auch richtig und nachvollziehbar. Aber ob Schalke wirklich ein Anrecht darauf hat, sich das dann von den Begünstigten wieder zu holen? Denn vom logischen her würde ich das eher so sehen, dass der Fehler klar auf unserer Seite liegt.

      @Controller Kannst du dazu vielleicht was sagen?
      In der Materie bin ich auch nicht so drin, dass ich dazu etwas verbindliches sagen könnte. Aus meiner eigenen beruflichen Erfahrung hatte ich selbst weniger mit dem Thema zu tun, weiß allerdings, dass konkret dieses Thema in jedem Unternehmen und jedes Jahr aufs Neue ein heißes Eisen ist und daher höchste Priorität besitzt. Steuerthemen und alles, was da dran hängt, haben leider ein riesiges finanzielles Schadenspotential für Unternehmen ...

      @Kaiser hat es völlig zutreffend zusammengefasst - das Thema Tickets und geldwerter Vorteil begleitet einen Sportverein tagtäglich und dementsprechend sollte es Menschen im Verein geben, die das Thema aus dem ff beherrschen müssen. Der Bericht liest sich, als ob auf Schalke wieder einmal dilettantisch gearbeitet wurde und jetzt macht man es sich einfach und wälzt es auf die Mitarbeiter ab.
      məne’ məne’ təqel ûfarsîn

      CT-SA schrieb:

      Für das Finanzamt ist natürlich Schalke der Ansprechpartner und der Übeltäter - das ist ja soweit auch richtig und nachvollziehbar. Aber ob Schalke wirklich ein Anrecht darauf hat, sich das dann von den Begünstigten wieder zu holen? Denn vom logischen her würde ich das eher so sehen, dass der Fehler klar auf unserer Seite liegt.

      Das ist eigentlich nicht ganz richtig. Zunächst ist derjenige der Schuldner, der den geldwerten Vorteil erhalten hat. Dieser ist der Steuerschuldner.
      Es gibt im Grundsatz aber zwei Möglichkeiten, das macht es komplizierter: Einmal der Mitarbeiter versteuert den geldwerten Vorteil oder der Arbeitgeber führt einen Pauschalsteuersatz ab, dann hat er quasi die Steuerschuld für seinen Mitarbeiter abgegolten.

      In diesem Fall hat der Verein offenbar die Pauschalbesteuerung gewählt und dafür den Wert der Karten nach Ansicht des Finanzamtes zu niedrig angesetzt. Nur deshalb hält sich das Finanzamt an den Verein und nicht an die Angestellten. Den Punkt hatte ich gestern auch nicht verstanden, als ich den Artikel zum ersten Mal gelesen habe. Ich habe mich nämlich zunächst gefragt, warum das FA überhaupt an den Verein geht und nicht an die Begünstigten. Aber dadurch, dass man die Pauschalbesteuerung einmal gewählt hatte, ist man dann in der Pflicht. Hat mir ein Kumpel dann erklärt, der da vom Fach ist.

      Und man sollte ruhig auch mal offen aussprechen, um welche Angestellten es sich da handelt: Es sind Spieler, bzw. Ex-Spieler. Der blaue Salon ist nämlich der Bereich für die Spieler und deren Anhang, bzw. deren Gäste. Es trifft da nicht den armen Pförtner ;)

      Was die angesetzte Höhe betrifft, ist das auch nicht ganz so einfach, wie es jetzt überall dargestellt wird. Da der blaue Salon ja exklusiv für Spieler reserviert ist und gar keine Karten verkauft werden, gibt es da keinen Marktpreis für eine Karte (bei einer La Ola Tageskarte ist das anders, die wird ja auch verkauft). Wenn der Verein daher einfach eine reine Vollkostenrechnung macht, kann es durchaus sein, dass die 80 Euro tatsächlich hinkommen. Nun gibt es da natürlich auch einen immateriellen Wert. Ich habe aber keine Ahnung, wie das in NRW vom Finanzamt gesehen wird. Bei meinem Arbeitgeber wurde, als wir noch Gästekantinen hatten, der Wert einer Einladung in solche Räume mit dem reinen Kostensatz angesetzt (sowohl wenn pauschalversteuert wurde, als auch wenn eingeladene Kunden nach dem Wert für ihre Steuererklärung gefragt haben).

      Also ganz so abwegig ist das Vorgehen des Vereins in diesem Fall nicht. Allerdings ist für unser Unternehmen ein niedersächsisches Finanzamt zuständig, es kann schon sein, dass NRW die Frage nach dem Wert einer solchen Einladung anders behandelt.

      Bueraner schrieb:

      Schalke soll also Steuern für Einnahmen entrichten, die niemals erzielt worden sind.
      Das ist doch absurd.

      Es geht auch nicht um eine Gewinnbesteuerung. Es geht um die Besteuerung eines geldwerten Vorteils, den Spieler (um die handelt es sich nämlich) hatten. Das muss sehr wohl versteuert werden. Und es geht darum, dass ein Arbeitgeber die Steuerpflicht für seinen Mitarbeiter übernehmen kann.

      Das ist nicht absurd, das ist völlig korrekt so.

      CT-SA schrieb:

      Fazit: Bestes Beispiel mal wieder für die Inkompetenz eines Peter Peters - aber das ist ja nichts neues.

      Selbst wenn der Verein vor dem Finanzgericht Münster verlieren sollte und voll zur Kasse gebeten wird, würde das für PP auch keine Konsequenzen geben.
      Da haut man einmal mit dem Ellenbogen auf den Tisch und dann muss es auch mal gut gewesen sein.