Sebastian Rudy auf Schalke

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

      Rudy: Im Sommer schon wieder Schluss auf Schalke?

      Nach nur 33 Minuten war der Auftritt von Schalkes Sebastian Rudy bei seinem alten Arbeitgeber Bayern München schon wieder vorbei. Zwischen dem mit 16 Millionen Euro teuersten Sommer-Neuzugang und den Knappen passt es immer noch nicht, bisher ist die Zusammenarbeit ein einziges Missverständnis. Denkbar, dass dieses am Saisonende vorzeitig beendet werden könnte - mit einem Wechsel.

      Transfermarkt - alle Transfers - kicker

      Keine Ahnung, ob der Kicker Informationen hat, aber er spekuliert bereits auf einen Wechsel im Sommer.
      Lieber Sebastian Rudy,

      ich wähle einmal den Weg der direkten Ansprache, obwohl ich weiß dass dies sicherlich nicht direkt bei Ihnen landet. Trotzdem versuche ich es und möchte meine Gedanken teilen.

      Zuallererst: Ich bin ein Riesenfan von Ihnen und habe mich im Sommer extrem gefreut, als mein S04 Sie verpflichtet hat. Ich gestehe, dass ich im Sommer voller Euphorie auf die neue Saison war und die große Hoffnung in mir hatte, dass der Erfolg der letzten Saison wiederholbar ist. Leider hat es sich in die andere Richtung entwickelt und ich vermute, dass Sie derzeit am meisten frustiert sind. Ich bin mir sehr sicher, dass Ihnen durchaus bewußt ist welche Hoffnungen und Erwartungen Ihre Verpflichtung in unserem Umfeld geweckt hat und dass Sie es sich wünschen diese erfüllen zu können.

      In der Vergangenheit waren Sie in Ihrer Hoffenheimer Zeit einer der besten Mittelfeldspieler der Bundesliga. Sie waren der Lenker des Hoffenheimer Spiels, Taktgeber, Anführer und Spielmacher aus der Tiefe, es war eine Freude Ihnen zuzusehen und mir ist Ihr Auftritt im Spiel auf Schalke in bleibender Erinnerung geblieben. Seinerzeit erzielten Sie sogar den Ausgleichstreffer und die Art und Weise wie Ihre Mannschaft vor allem in der zweiten Hälfte agierte, kam meinem Ideal von Fußball zumindest nahe. Man konnte dann auch bei der WM im zweiten Gruppenspiel gegen Schweden Ihre Stärken sehen und Willen und Leidenschaft sind durchaus Tugenden die Ihnen nicht fremd sind. Sicherlich sind Sie vom Naturell kein "Aggressive Leader", aber durch Ihre Spielstärke, Übersicht, Ballsicherheit und das gute Stellungsspiel sind Sie einer der Top-Sechser der Bundesliga (zumindest gewesen).

      Nun war aber bereits Ihr WM-Auftritt für Sie sehr enttäuschend. Nach einem absoluten Gurkenpass von Toni Kroos erlitten Sie einen Nasenbeinbruch und das Turnier war für Sie früher beendet als für den Rest des Teams. Neben der schon enttäuschenden Saison in München war das sicherlich auch nochmal ein herber Rückschlag. Ich kann mir vorstellen, dass es dann gar nicht so einfach war sich nach diesen 2 harten Rückschlägen (letztlich war es in München ja schon eine Art Scheitern und dann noch die sehr unbefriedigende WM) schwierig war den Kopf wieder hochzubekommen. Da traf es sich sicherlich gut, dass Sich Dominico Tedesco und Christian Heidel extrem um Sie bemühten und Sie als neuen Anführer des FC Schalke 04 verpflichten wollten. Sie entschieden sich nach einiger Bedenkzeit dazu das Angebot anzunehmen und freuten sich sicherlich auf einen Neuanfang bei einem Verein im Aufschwung.

      Leider kam dann alles ganz anders. Die neue Mannschaft war anfangs der Saison noch verwöhnt von den letztjährigen Erfolgen, es gelang der Mannschaft nicht die richtige Spannung zu entwickeln, dazu kam Pech und Unvermögen und Sie sollten in einer nicht funktionierenden Mannschaft ganz schnell funktionieren. Ich kann mich noch an das erste Spiel gegen Hertha erinnern. Dort wurde Ihnen sofort ein Wachhund auf die Füße gestellt und es war noch keine Bindung zu den Mitspielern vorhanden (wie auch, nach ein paar gemeinsamen Trainingseinheiten). Das Spiel lief dann schlichtweg beschissen und als Sie einmal versuchten ein bisschen ins Risiko zu gehen half nur noch ein taktisches Foul, sonst wäre es ganz haarig geworden.

      Die Hinrunde lief dann weiterhin sehr zäh und ich vermute, dass es Ihnen dabei alles andere als gut ging. Als vermutlich sensibler und intelligenter Mensch nagt eine derartige Phase sehr und man kommt sich ein wenig wie im falschen Film vor. Nun sollte die Rückserie eine klare Verbesserung bringen, aber am Samstag erlebten Sie Ihr persönliches Waterloo. Ein Spiel gegen den Ex-Verein ist für jeden Fußballer etwas besonderes und wenn man dann so früh ausgewechselt wird, was Sie selbstreflektierend sicherlich sogar verstehen können, dann ist das ein sprichtwörtlicher "Schlag ins Gesicht". Wenig hilfreich sind dann auch Kommentare eines der Vorgesetzten, dass Sie Ihr Spiel jetzt anpassen müssten und aggressiver agieren sollen. Das ist Ihnen sicherlich auch schon vorher klar gewesen, es mangelt derzeit schlicht an der Umsetzung.

      Sogar jeder Amateurfussballer kennt dieses Phänomen in dem Sie aus meiner Sicht gefangen sind. Es gibt einfach Phasen im Fußball, da läuft es einfach nicht. Man kommt ständig zu spät, hat oft den falschen Einfall, es will nichts richtig klappen, man hadert mit dem Schicksal oder wie im Rückspiel bei Hertha mit dem Schiri. Wenn ich Ihnen einen einfachen Weg aus dem Dilemma aufzeigen könnte, dann würde ich es liebend gern tun. Leider geht das aber nicht. Mein einziger Rat wäre den Fokus etwas weg vom Fußball zu legen, da man, wenn man schon verkrampft ist nur noch mehr verkrampft, vielleicht sich auf Dinge fokussieren die Freude bereiten, ggf. einen Mentaltrainer engagieren, weitere externe Ratgeber anfragen. Seien Sie sich aber sicher, es gibt Menschen die sehen, dass Sie leiden und die wissen dass es Ihnen nicht egal ist wie es derzeit läuft und wie Sie von vielen als Sündenbock auserkoren werden. Viele laufen den Medien blind nach, aber Sie sollten sich nicht am negativen orientieren sondern versuchen positiv zu bleiben. Ich habe neulich ein Zitat gehört, vielleicht passt es: "Der Optimist und der Pessimist irren sich gleich oft, aber der Optimist hat dabei mehr Spaß". Hoffentlich können Sie auch in diesen beruflich leider dunklen Stunden etwas Licht in anderen Bereichen erkennen und dann hoffe ich, dass es bald aufwärts geht, für Sie persönlich und natürlich auch für den S04! Und wenn es sportlich nicht sein soll, dann seien Sie sicher dass viele Sie trotzdem in guter Erinnerung behalten werden und sich mit einem Lächeln an Sie erinnern. Ein Mensch ist schließlich mehr als das mediale Rumhysterieren über Ablösen, vermeintliche Zweikampfschwächen oder offensichtliche Mißverständisse! Lassen Sie sich bitte nicht unterkriegen!

      Liebe Grüße
      Basti
      Ein Spiel dauert 90 Minuten und nach dem Spiel ist vor dem Spiel!
      Ein guter Fußballer macht seine Mitspieler besser!