Kicker-Serie "Jugendsünden" über die Auswüchse im Jugendfussball

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      @Weltkulturerbe

      Ich glaube es gibt auch noch einen Bereich dazwischen. Zwischen einem Team welches immer auf die Mütze bekommt und einem Team welches unbedingt gewinnen will.

      Mir geht allerdings das übertriebene Erfolgsdenken auf den Keks. Und mein Sohn hatte eben so einen Trainer. Der in der Tat damals schon alles darauf ausgerichtet hat, das sein Sohn mal zum HSV geht. Der immer gewinnen wollte.

      Das aber führte zu einigen unangenehmen nebenfolgen. Das was wir gemeinhin sports Geist nennen, Kameradschaft, Zusammenhalt... Alles blieb auf der Strecke. Gegner wurden verhöhnt, einzelne Kids der eigenen aber auch fremder Mannschaften massiv gemobbt wenn sie verloren haben.
      Und wenn sie selbst verloren haben wurden sie aggressiv.

      Deshalb halte ich von Trainern die bereits in der e und f Jugend unbedingt gewinnen wollen und rein erfolgsorientiert sind gar nichts.

      Was ich allerdings tatsächlich begrüße ist die offene Ansprache den Eltern gegenüber wenn man merkt das ein Kind entweder null Talent oder null Begeisterung hat. Lieber merkt er es früh das es nicht sein Sport ist als sich da durch zu quälen.
      Wie Du schon sagst, es gibt eine Zwischenzone zwischen Erfolg und Spaß. Die meisten langjährigen Jugendtrainer, die ich kenne, verstehen das auch. Überehrgeizige Kindertrainer sind meist Neulinge oder vereinzelte Hirnis aus Leistungsvereinen.

      Aber! Der BFV verlässt diese Zwischenzone in Richtung eines idealisierten Kinderspaßfußball, wo alle gleiche Einsatzzeiten haben, egal wie talentiert, und keine bösen Ergebnisse das fröhliche Kicken stören. Das ist sehr fern der heutigen Realität, ich würde mich freuen, wenn ich mich langfristig mit meiner Skepsis irre.

      Und - wie gesagt - ich habe keinen Plan, wie es funktionieren soll, dass gar lustige U11-Schulhofkicker auf einmal in der D-Jugend "erfolgsorientiert" einen Ligabetrieb gestalten sollen, ohne einen völligen Schock zu erleben. Besonders die behüteten schwächeren Spieler.
      Launische Forum Dackel Diva
      Bin selbst Trainer einer b Jugend im Kreis 9 DU/MH-DIN und bin generell der Meinung das ab der e-Jugend mit SR gespielt werden sollte. Kein FairPlay Quatsch bei dem der "stärkere" gewinnt.
      Des weiteren sollte ab der e auf dem D-Jgd Feld gespielt werden.

      Mit TW... der Sport sollte sich letztlich am seniorenfussball orientieren, denn das ist schließlich Fußball.
      Alles andere ist meiner Meinung nach zu weit weg vom "Endprodukt"
      Kein bock mehr auf: wob, lev, hoffe, rb leipzig und co.
      Let's go FIFA

      Magic37 schrieb:

      Des weiteren sollte ab der e auf dem D-Jgd Feld gespielt werden.
      Bei uns wurde die E ein halbes Jahr vorzeitig zur D gemacht,spielen dieses Halbjahr in der schwächsten D-Jugendliga.
      Schon im letzten Halbjahr wurden einige Testspiele auf dem D Feld und nach deren Regeln gemacht.
      Alles damit damit die Umstellung im Sommer nicht zu hart ist.
      Immer schalker
      Das erste Spiel BVB-Schalke 1:2 am 12.9.1970
      Man darf auch nicht vergessen dass es selbst bei den Bambini schon Kinder gibt die "mehr" wollen.
      Und ganz ehrlich, wem macht ein Spiel ohne Torhüter Spaß?
      Zu meiner Bambini--und F-Jugendtrainerzeit haben wir nach Spielen immer noch ein Siebenmeterschiessen angehängt. Und egal wie das Spiel vorher ausgegangen oder gelaufen ist, das Siebenmeterschiessen war für die Kids immer der Höhepunkt des Tages. Und da haben sich alle fast darum gekloppt wer ins Tor darf :D
      Man kann das mit dem Behüten auch übertreiben.
      Ist son bisken wie ein Kind, dass bis zu seinem 6. Geburtstag nur mit Muddi im Kinderzimmer Mandalas ausmalt und dann in die Schule muss wo ihm der dicke Olaf aus der 2B das Pausenbrot wegfrisst.
      Son bisken natürliche Auslese auf dem Weg von den Bambinis bis zur E-Jugend ist normal.
      Gibt Kinder die haben Bock auf kicken, die bleiben dabei.
      Meine Erfahrung als Kindertrainer, und ich war sicher keiner der die Jungs zu irgendwas gezwungen hat ;)
      Da hat der Achim Recht.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von achims04 ()

      Weltkulturerbe schrieb:

      Der BFV verlässt diese Zwischenzone in Richtung eines idealisierten Kinderspaßfußball, wo alle gleiche Einsatzzeiten haben, egal wie talentiert, und keine bösen Ergebnisse das fröhliche Kicken stören.
      Da stehen wir auch in keinem Widerspruch.

      Deshalb finde ich es auch richtig den Eltern früh zu sagen was ambach ist. Dein Max wird kein Fußballer mehr. Und wenn er es partout doch doch will muss er damit leben das er nur im Training als sandsack oder fahnenstange eingesetzt wird. Es gibt keinen Rechtsansoruch darauf das jedes kid in einem Verein aufgenommen und durchgezogen werden muss.

      Mir ging es eher darum, daß den noch sehr formbaren kids grundlegende Werte vermittelt werden. Habe selbst festgestellt, daß in meiner Jugend und Erwachsenenzeit diejenigen die in einer Mannschaft gespielt haben Kompromißfähuger waren, besser mit Kritik umgehen konnten und in Gruppen viel besser arbeiten konnten als die, die nur alleine Blockflöte gespielt haben oder einen individualsport betrieben haben.
      Wenn ein Trainer aber bereits hier den Erfolg zu sehr betonen geht das nach hinten los.

      Fahndi schrieb:

      die Bedenkenträger finden sicher auch Gründe, warum z.B. ein skandinavisches Schulsystem hier vollkommen unmöglich ist (
      Ist es auch :D

      Hat aber nichts mit bedenken zu tun.

      Gibt ja viele Ansätze die in die Richtung gehen. Ist eigentlich ganz spannend. Nur ob das erfolgreich ist wird man erst in einigen Jahren abschätzen können...
      Völlig normal mittlerweile.
      Und es gibt genug Eltern die diesen Wahnsinn mitmachen.
      Habe gerade von einem 8jährigen gehört, den Eltern 3x die Woche 90 km einfach in ein NLZ zum Training fahren wollten.
      Nachdem der Verein das abgelehnt hat wollten sie halt umziehen.
      Soweit isses schon.
      Da hat der Achim Recht.
      Ich habe ja nie in einem Verein gespielt. Habe aber locker von 13 bis 18 teilweise 3 bis 4 mal die Woche draußen gepölt.

      Kleinfeld offene Tür in buer. Von Horst aus mit dem Fahrrad, Ball auf dem Gepäckträger. 5 gegen 5. Man hat immer in der Stufe mindestens 10 leute am Start gehabt. Und vor Ort war auf dem Platz oft was los, oder auf der großen Wiese oder auf dem anderen Platz am bergmannsheil.

      Ich bin als jahrgang 86 jetzt auch nicht so alt. Aber ich sehe nur wenige Jungs mit nem Ball unter dem Arm durch die Gegend laufen. Spielt man nicht mehr zusammen? Vielleicht könnten mir das jüngere mal erklären.
      "auf dich komm ich nicht klar voll der laberkopf bist du geh doch deutsch lernen wenn du willst aber müll den fred hier nicht mit dienen lappen kommentaren zu" - Duffman

      "Nur der gute Jay Jay tut immer so als wenn er mit Hotte am Schreibtisch sitzen würde und Hotte Ihn regelmäßig um Rat fragt." - Ruhrpottjunge

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      "Hallo Bluewolf, der kann nicht ANDERS, ist einer von der SORTE." - Alla Urban
      @Jay Jay Okocha
      Tja, leider haben die meisten Kiddies n strickten Tagesplan.
      Vollzeit Schule, kurz nach Hause und dann spielen die meisten im Verein, oder an der Playstation.
      Bei meinem Neffen ist das zumindest so. Kaum Zeit für Freunde und Bolzplatz. Der spielt halt im Verein, damit er wenigstens n paar soziale Kontakte außerhalb der Schule hat.
      Hinzu kommt die "Angst" der sogenannten Helikopter - Eltern.
      "Wie, was, alleine aufm Bolzplatz, der 800m entfernt ist? Niemals!"
      Ich bin Jahrgang '83 und meine Eltern ham mich aus dem Haus gejagt nach der Schule. Hausaufgaben und dann weg. Aber wir hatten auch schon zwischen 12 und 14 Uhr Schule aus und mussten nicht wie heute bis 16-17 Uhr in der Schule rumpimmeln. Die Veränderungen sind schon krass und die Bolzplätze hier im Münsterland sind auch stark verwaist.
      Also ich will die Bolzplatzzeit nicht missen. Straße gegen Straße, Viertel gegen Viertel. So wurden damals Konflikte gelöst.