Der 90-Jährige Schalker Allesfahrer

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      Der 90-Jährige Schalker Allesfahrer

      Sehr beeindruckend, ganzes Interview unter dem Link:

      11freunde.de schrieb:


      Herr Flossbach, Sie sind Allesfahrer, wenn der FC Schalke 04 auswärts in Europa spielt. Während andere Menschen in Ihrem Alter
      bestenfalls im Seniorenheim auf die Ziehung der Bingozahlen warten, fiebern Sie der Champions League Auslosung in Monaco entgegen. Kribbelt es schon?
      Na klar. Es kribbelt schon seit dem Augenblick, als klar war, dass Schalke wieder Champions League spielt. Für mich war es eine Katastrophe, als die Jungs in der Saison 2016/17 die Quali verpassten und ich nicht durch Europa reisen konnte. Ich bin ja in einem Alter, in dem man keine Bausparverträge mehr abschließt. Mit Schalke in andere Länder zu reisen sind die letzten Abenteuer meines Lebens. Es klingt paradox, aber zu den Heimspielen gehe ich nicht mehr, obwohl ich in Gelsenkirchen lebe. Durch die jahrelange Arbeit unter Tage bekomme ich schlecht Luft und dazu sind meine Knochen am Arsch. Die vielen Treppen im Stadion packe ich nicht mehr, und nur für Reisen durch Europa nehme ich diese Anstrengung noch auf mich. Als wir unter Trainer Markus
      Weinzierl nur Zehnter wurden, dachte ich mir: Du musst dieses eine Jahr jetzt überleben, sonst siehst du Schalke vielleicht nie mehr live in Europa spielen. Und jetzt geht es endlich wieder los.

      Warum wünschen Sie sich ausgerechnet eine Fahrt in die Ukraine, wo in Teilen des Landes Kriegszustand herrscht und in Donezk deshalb gar kein Spiel ausgetragen wird?
      Krieg und lebensgefährliche Reisen sind leider kein Neuland für mich. Meine erste Auswärtsfahrt nach Donezk begann 1945 und war nicht wirklich geplant. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs bin ich völlig sinnlos eingezogen worden und fand mich nach einer kurzen Grundausbildung mit einem Gewehr in der Hand in der Tschechoslowakei wieder. Bevor ich überhaupt einen Schuss abgeben konnte, wurde ich schon vom Russen einkassiert. Da war ich 16 Jahre jung. Dass ich nie auf einen Menschen schießen musste, empfinde ich heute als mein größtes Glück. Über Lviv und Kiew bin ich damals in Donezk gelandet, wo ich in Kriegsgefangenschaft bei Minusgraden von bis zu 30 Grad fünf Jahre im Bergbau arbeitete. Viele Kollegen haben das
      nicht gepackt, und ihre Leichen haben wir vor dem Lager gestapelt, weil wir mit der Spitzhacke nicht in die gefrorene Erde kamen um sie zu beerdigen. Als das Lager später aufgelöst wurde, habe ich für die Rückreise nach Gelsenkirchen zu Fuß, mit dem Pferdewagen und Bummelzügen rund vier Monate gebraucht. Wenn ich die Verantwortlichen deutscher Profivereine heute von einer beschwerlichen Anreise mit einem Flugzeug und Übernachtung im Hotel erzählen höre, dann frage ich mich: Wovon reden die überhaupt?
      #Lebenserfahrungstotschlagsargumentkarte
      #Kartoffelpüree
      Wird auch schon im 11 Freunde thread thematisiert.

      @Wolfram Wuttke hat vorgeschlagen das der Verein ihn zu den Heimspielen in den LA Ola Klub einladen sollte, damit er einen Sitzplatz hat und die Rolltreppe benutzen kann.

      Ich fände das ein großartiges Zeichen...!

      Jetzt müssen wir nur noch einen Weg finden das dem Verein zu verklickern...

      küstengucker schrieb:

      Wird auch schon im 11 Freunde thread thematisiert.

      @Wolfram Wuttke hat vorgeschlagen das der Verein ihn zu den Heimspielen in den LA Ola Klub einladen sollte, damit er einen Sitzplatz hat und die Rolltreppe benutzen kann.

      Ich fände das ein großartiges Zeichen...!

      Jetzt müssen wir nur noch einen Weg finden das dem Verein zu verklickern...
      danke, den Thread hatte ich noch gar nicht gesehen.
      #Lebenserfahrungstotschlagsargumentkarte
      #Kartoffelpüree

      Und trotz dieser Negativerfahrungen in Gefangenschaft wünschen Sie sich eine Rückkehr in die heutige Ukraine?
      Mit
      den Russen hatte ich nie ein Problem. Die Lagerärztin war Major und
      eine richtig dicke Patrone. Die hat mich im ersten Jahr meiner
      Gefangenschaft aus dem Bergbau rausgehalten, weil sie gesehen hat, dass
      ich aussah wie ein mit Haut überzogenes Skelett. Ich durfte in der Küche
      arbeiten, wo ab und zu etwas zu Essen für mich abfiel. Die hat mir
      sozusagen das Leben gerettet. Auch die russischen Frauen, die später mit
      uns unter Tage gearbeitet haben und mit denen wir nicht sprechen
      durften, steckten mir hier und da etwas Kuchen zu. Ohne die wäre ich
      verreckt.
      kommen mir die Tränen bei. Töften Typ.
      Ärgere mich bis heute, nie ein Autogramm/Foto/irgendwas mit Jeff abgestaubt zu haben. Der Kerl geht einfach hin und quatscht 20min mit ihm. Vor einem legendären Spiel wo Jeff eskaliert. Im Guiseppe-Meazza-Stadion. Da kann ich noch was lernen :thumbup:
      Alle haben gewusst, dass meine Frau bereits am Montag verstorben ist, aber alle haben dichtgehalten, weil sie mir das Spiel und die Fahrt nicht verderben wollten. Auf mich wartet also heute zu Hause niemand mehr, der sich sorgt, wenn ich mit Schalke unterwegs bin.
      Ein Miau ist wichtiger als ein Rembrandt