Macht Fussball noch Bock?/die Zukunft des Fussballs

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      Drin das Ding schrieb:

      Geht mir nur um die Relationen ( im Vergleich zu Pflegeberufen zum Beispiel) und um solch unvorstellbar hohe Wahnsinnsgehälter.
      Da hast du recht. Die Dimensionen sind krass verschoben, aber es geht hier j um ein Produkt. Beim Fussball um das Produkt "Bundesliga". Da geht es um Milliardenumsätze und die Akteure die dafür sorgen wollen ihr Stück vom Kuchen ab.
      Zum Vergleich ein Profibasketballer verdiente 2007 (sorry eine aktuelle Quelle habe ich nich gefunden) ~10000 Euro Brutto im Monat. Es geht auch um Profisport. Es ist unser Konsumverhalten das diese Gagen für Kicker ermöglicht.

      Und das ganze ist mittlerweile so gross geworden, das das Konsumverhalten eines einzelnen daran nicht mehr ändern wird.
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      Bee schrieb:

      Drin das Ding schrieb:

      Geht mir nur um die Relationen ( im Vergleich zu Pflegeberufen zum Beispiel) und um solch unvorstellbar hohe Wahnsinnsgehälter.
      Da hast du recht. Die Dimensionen sind krass verschoben, aber es geht hier j um ein Produkt. Beim Fussball um das Produkt "Bundesliga". Da geht es um Milliardenumsätze und die Akteure die dafür sorgen wollen ihr Stück vom Kuchen ab.Zum Vergleich ein Profibasketballer verdiente 2007 (sorry eine aktuelle Quelle habe ich nich gefunden) ~10000 Euro Brutto im Monat. Es geht auch um Profisport. Es ist unser Konsumverhalten das diese Gagen für Kicker ermöglicht.

      Und das ganze ist mittlerweile so gross geworden, das das Konsumverhalten eines einzelnen daran nicht mehr ändern wird.
      exakt.... die,die sich über diese ganzen utopischen Summen beschweren haben es eigentlich selbst in der Hand.
      Una Mas

      Black Rook schrieb:

      ......
      Eine geschlossene Superliga nach amerikanischem Vorbild wäre vor allem eins: konsequent. Da weiß man dann wenigstens, dass das Ding zu 100% reiner Kommerz ist. Das sind die europäischen Top-Clubs (Real, Barca, Bayern, etc.) heute schon, aber tragen Tradition und Fankultur und das ganze blabla als Alibi vor sich her.
      Wenn die oben genannten sich wirklich sicher wären, dass das System aus Amerika hier klappen würde, sie hätten mit extremer Wucht darauf hin gearbeitet dies zu bekommen.
      Sie sind sich aber eben nicht sicher - nicht sicher was die Fankultur anbelangt.

      Zwar nicht, weil sie Rücksicht auf die Fankultur nehmen, sondern weil sie deren wirtschaftlichen Auswirkungen nicht sicher kalkulieren können.
      Wendet sich der Fan von diesem Konstrukt ab, wendet sich damit zwangsläufig eine große Masse potentieller Werbe"opfer" ab. Wenden sich diese Werbe"opfer" ab, wenden sich die Medien ab und wenn die Medien weg sind, sind die potentiellen Geldgeber weg. Eine klare und logische Entwicklungskette.

      Man ist sich bei den oben genannten Vereinen eben nicht sicher ob dieses eben geschilderte Szenario sehr wahrscheinlich, weniger wahrscheinlich oder unwahrscheinlich ist. Da ist zu viel Risiko drin. Dieses Konstrukt (geschlossene Superliga) müsste in meinen Augen dann ein "ganz oder gar nicht Konstrukt" sein. Sprich: Das Team spielt in diesem Konstrukt, ganzjährig und ausschließlich. Kein nationaler Rettungsanker durch eine nationale Liga. Wer raus ist, ist raus.
      Ich gehe dabei jetzt davon aus, dass sich national Ligen bilden, die auf der Ebene einfach weitermachen - am Anfang in der Wahrnehmung einiger mit Sicherheit zweitklassig - aber mit starker regionaler Verbundenheit und Zuschauerbasis.
      Sollten Teams aus diesem Superkonstrukt da wieder zurückwollen - klar, auf dem Weg durch die dann hoffentlich noch vorhandenen Instanzen (also von unten nach oben hocharbeiten).

      Ist hier natürlich die Frage, wie sich die Verbände positionieren. Segnen sie dieses Konstrukt sportlich ab und binden es in das eigene Schema ein, wird es schwer es so umzusetzen wie ich beschrieben habe (bin dann aber gespannt, wie sie da einen sportlichen Zu- und Abgang regeln wollen). Erkennen sie es nicht an und sperren Spieler für internationale Turniere (wie @210597) ja auch teilweise beschrieben hat, hängt alles davon ab ob dann trotzdem noch genug Geld rein fließen wird oder für wie lange (da habe ich Zweifel).

      Da dies alles extrem unsicher ist, hat man halt den Weg dieser CL gewählt. Geldvermehrungsmaschine für, sind wir ehrlich, einen extrem kleinen Kreis von immer den gleichen Clubs, minimales Zugangsrisiko für die Etablierten (durch Zugang für 4 oder gar 5 Mannschaften aus einer Liga sehr gemildert) und kleines Zückerli für die Underdogs durch Aufblähen der eigentlich nichtssagenden Vorrunde in den Gruppen.

      Die Nachteile machen sich langsam bemerkbar, durch die immer schwächer werdenden nationalen Ligen (England durch diesen horrenden TV-Vertrag noch ausgenommen - aber irgendwann, werden sie die Spitzenspieler der anderen Länder verteilt haben und eine immer gleiche Gruppe von 4 oder 5 Anwärtern verbleiben).
      Deutschland, durch das nationale Verteilungssystem hinter der absoluten Spitze (Bayern) ligamäßig eigentlich gut aufgestellt (weil spannend), erkennt aber zunehmend, dass sich die Spannung eben nicht in der Meisterschaft ergibt, weil die Ebenen dahinter zwar untereinander relativen Wettbewerb anbieten können aber eben nicht permanent die gleichen in die CL kommen um sich gleichmäßig vom Rest der Liga abzusetzen und die einzige wirkliche Konstante (eben Bayern) national vollkommen enteilt ist. Da hier international keine Lösung zu erwarten ist (CL soll für die UEFA und wohl auch für die Topclubs diesen geschlossenen Kreis "Superliga" verhindern - weil: für die Clubs mit Risiko behaftet ohne nationalen Rettungshafen, für den Verband ohne Aushängeschild keine Absahntöpfe), wird halt national auf Lösung gedrängt. Hier in Deutschland durch den Weg 50+1 zu kippen und Investoren zu ermöglichen.

      Kurzfristig vielleicht erfolgreich aber, und da schließt sich jetzt der Kreis der Betrachtung, eventuell wieder tendenziell eher Richtung Superliga führend mit all den Unsicherheiten und dem möglichen Verlust der Fanbasis und damit letztendlich des großen Kapitals und damit der tatsächlichen Existenz. Ich glaube nämlich einfach nicht, dass der Fußballzuschauer diesen Weg der Entkopplung von sportlichen Qualifikationen hin zur reinen Schau und zum geschlossenen Zirkle ohne regionale emotionale Bindung mitmachen wird. Es wird versucht, ihn dahin zu bekommen - ich sehe es aber nicht.

      Puh, Text länger als gedacht.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von buchbinder ()

      Gurkensalat schrieb:

      Ich finde sogar dass es wichtig ist diese Gedanken ranzulassen um das ganze Profigeschäft einordnen zu können. Die Spieler bekommen für quasi null Verantwortung einen so großen Haufen Kohle, dass ich das ganze Geschäft nicht mehr ernst nehmen kann. Und wenn jetzt hier wieder jemand kommt mit "Ja das war früher aber nicht anders". Das stimmt vielleicht, aber ich war anders und solche Dinge waren mir egal. Ich war jugendlich und hatte keine Ahnung von der Welt. Jetzt, wo die Spieler alle jünger sind als ich selbst, weiß ich es erst richtig einzuordnen.
      Harter Tobak. Ganz harter Tobak. Grundsätzlich kann sowieso erstmal kein Spieler was dafür, wenn die Vereine das Geld zahlen. Aber zu sagen, dass die Spieler null Verantwortung haben ist schon derbe an der Realität vorbei. Die Spieler sind DIE Hauptverantwortlichen, dass ein Verein Erfolg hat und Einnahmen generiert, sind unter Dauerbeobachtung, vor allem heute. Ein Fehler und du wirst durch die Medien gehetzt bis zum letzten Tropfen. Jugendliches Leben ? Fehlanzeige in den NLZ`s. Du verrichtest deine Arbeit vor einem Millionenpublikum. Jeder Hans und Franz (nichts gegen diese Namen) gibt eine Meinung über deine Leistung ab. Woche für Woche.

      Damit will ich überhaupt nicht sagen, dass es berechtigt ist, dass ein Fußballer so viel verdient und ein Altenpfleger so wenig. Der hat ebenfalls einen Haufen Verantwortung. Und Fußballer werden für die oben genannten Dinge sehr gut bezahlt. Aber man sollte schon auch die andere Seite der Medaille betrachten.
      "Dadurch wird man mit einem Torwart Fährmann nie einen modernen und aktiven Spielstil spielen lassen können." - Userbeitrag am 09.04.2017
      Tatsache ist aber, dass es schon Änderungen geben muss:

      - aktuell gibts in der Liga Clubs, die de facto Schlupflöcher nutzen, um Geld zu generieren: Leipzig, Hoffenheim, Leverkusen, Wolfsburg, auch Bayern und Dortmund. Es gibt sie ja schon die Clubs, die quasi Konzernen gehören. Und das trotz 50+1.
      Wie geht man damit um?

      -Profifussball in Europa lässt sich im Prinzip nicht national organisieren. Das heißt man kann nicht einerseits in Konkurrenz zur PL stehen und andererseits unbewaffnet in diese Schlacht ziehen. Das Ausbluten der BL bei Spielern und Funktionären ist exorbitant. Der deutsche Vereinsfußball ist international definitiv gegenüber staatlich (Madrid, Barcelona), mäzenatisch (England) oder oligarchisch (Russland etc.) finanzierten Clubs benachteiligt. Das wird sich auch nicht mit gutem Wirtschaften und kluger Transferpolitik einholen. Wie lässt sich hier Gerechtigkeit herstellen?

      -vor allem national muss es ein Gleichgewicht der Kräfte geben, sonst verödet die Liga. Hier müssen sich aber vielleicht auch die großen Unternehmen und Sponsoren hinterfragen. Insbesondere Adidas, die das Gefälle - so siehts zumindest für mich aus - mitproduzieren. Bayerns sagenhafter Reichtum hat ja nicht nur mit tollem Management zu tun, sondern auch damit, dass dort DAX-Unternehmen im Aufsichtsrat sitzen und diese riesige Summen in den Verein pumpen. Man kann offenkundig auch mit Sperrminorität in die europäische Top5 kommen. Was lassen sich hier für Modelle aufbauen, ohne sich an windige Scheichs zu verkaufen? Anders gefragt: wie kann man das Münchner Monopol brechen, zumindest ansatzweise mit ihnen wieder konkurrenzfähig werden?