Homosexualität im Fussball

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      mein coming out im freundeskreis ohne "konsequenzen" für mich geblieben. alle noch heute da und das auch schon seit dem kindergarten. auf schalke hats auch jeder überlebt. eltern und verwandschaft auch in keine krise gestürzt. auf der arbeit glauben es neue kollegen nicht.

      selbst mit rwe haudegen gute erfahrungen gemacht.

      und ja, ich benutze auch kraftausdrücke im stadion, die als sexuelle abwertung angesehen werden können. ja, ich hau das auch nem anderen schwulen vor den kopf sollte es da mal krachen. es gibt auch in der schwulen community männer, die ich verachte.

      alles in allem kann ich mich nicht über negative reaktionen beschweren.
      „Wir stellen Fragen, ohne uns durch die Antworten irritieren zu lassen.“ - Werner Hansch
      In meiner "peer group", die sich als letztes geformt hat, einfach alles völlig egal. :love:
      Coming outs sind gar kein Thema, wenn da jemand mit Freund/Freundin auftaucht und sich somit offen als nicht hetero zeigt, alles genauso normal.
      Ein so perfekter und utopischer Zustand, den ich nur der gesamten Gesellschaft wünschen kann. :love:


      edit: Dachte irgendwie, ich bin im Offtopic. Hat mit Fußball natürlich nichts zutun, sorry für die Zweckentfremdung. :/

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Leviathan ()

      tohbot schrieb:

      mein coming out im freundeskreis ohne "konsequenzen" für mich geblieben. alle noch heute da und das auch schon seit dem kindergarten. auf schalke hats auch jeder überlebt. eltern und verwandschaft auch in keine krise gestürzt. auf der arbeit glauben es neue kollegen nicht.

      selbst mit rwe haudegen gute erfahrungen gemacht.

      und ja, ich benutze auch kraftausdrücke im stadion, die als sexuelle abwertung angesehen werden können. ja, ich hau das auch nem anderen schwulen vor den kopf sollte es da mal krachen. es gibt auch in der schwulen community männer, die ich verachte.

      alles in allem kann ich mich nicht über negative reaktionen beschweren.
      Vieles trifft so auch auf mich zu. Weder in der Familie, noch im Freundeskreis noch auf Arbeit Probleme gehabt. Und auch bei mir gucken neue Kollegen immer ungläubig wenn sie erfahren, dass ich schwul bin.

      Allerdings auf offener Straße und auf Schalke schon entsprechende Probleme gehabt.

      Und das finde ich gerade bei so einem Klub wie unserem mit so einer vielschichtigen, multikulturellen Geschichte - wie sie im Revier ja nicht unüblich ist - besonders bedauerlich.
      Not gay as in happy, but queer as in fuck you.
      Im Nachbardorf damals wurde ein junger Mann, der sich als schwul geoutet hat, fast in die Selbsttötung getrieben. Von seinem Umfeld darin bestärkt, sich zu outen, hat man ihn dann ins offene Messer laufen lassen und fallengelassen.
      Subtile Anfeindungen, nicht mehr einladen auf die Dorfparties, im Fußballverein wurde ihm klar gemacht, dass er besser zu hause duschen solle, Verleumdungen, bösartiger Tratsch, der Dorfpfaffe, der auf einmal auffällig oft über Homosexualität als Sündenfall gepredigt hat.... Nicht wirklich Greifbares, nichts Anzeigbares, aber es gab dieses Netz aus Anfeindungen, Ausschluss und Schweigen.
      Wird mir immer noch schlecht, wenn ich daran denke.
      "Es ist nicht mehr so schön wie´s noch niemals war."

      Mache mir jetzt zur Angewohnheit wie bei Red Dead Redemption durch die Weiten des Blocks zu streichen auf der Suche nach meldewürdigen Beiträgen. Das ist wirklich entspannend.
      Jo, dass es aufm Land diesbezüglich etwas "konservativer" zugeht als in den Großstädten kann ich mir gut vorstellen.
      Ich blicke ständig über den Tellerrand. Aber Schalke ist der Nullpunkt in meinem Koordinatensystem, der Fluchtpunkt zu dessen Perspektive ich in andere Richtungen schauen kann!
      Meine Mudda neulich (Baujahr 39) im Geypräch: "naja, wenn der Achim schwul geworden (!) wäre hätte ich es ja auch nicht ändern können. Das ist ja ne Krankheit, da stimmt halt was nicht, da können die Leute ja nix für."


      Manchmal frage ich mich wie ich zu der Person geworden bin die ich heute bin. :D
      And when the bombs drop, darling, can you say that you've lived your life?


      Da hat der Achim Recht.

      achims04 schrieb:

      Geypräch
      Hättest die Chance nutzen sollen: "Gayspräch" wäre 10/10 gewesen
      Dann ritten wir heimwärts. Es war ein kühler, sternklarer Abend. Nie zuvor hatte ich so viele Sterne gesehen und nie so strahlende. Ich versuchte zu erraten, welcher Stern unsere Erde war. (Astrid Lindgren - "Die Brüder Löwenherz")

      achims04 schrieb:

      Meine Mudda neulich (Baujahr 39) im Geypräch: "naja, wenn der Achim schwul geworden (!) wäre hätte ich es ja auch nicht ändern können. Das ist ja ne Krankheit, da stimmt halt was nicht, da können die Leute ja nix für."

      Meine Oma und meine Großtante waren ähnlich unterwegs.

      Ich bin jetzt 32. Ich muss gestehen, dass es "damals" zu Realschulzeiten ein Schimpfwort war jemanden als schwul zu bezeichnen, auch ich habe das benutzt. Mit der heutigen Reife könnte ich mich dafür ohrfeigen. Habe selbst zwei schwule Kollegen in meinem Freundeskreis.

      Keine Ahnung warum die Menschheit noch nicht weiter ist was diese Dinge betrifft. Hab mittlerweile auch ein wenig das Gefühl, dass man sich eher rückwärts als vorwärts bewegt, ist aber eher eine subjektive Wahrnehmung und von dem geprägt, was man in seinem Umfeld so mitbekommt.
      Herzlichst, Criztical
      Naja, die Kirche ist ja nicht ganz unschuldig an den vielen Vorurteilen in unserer Gesellschaft.
      Zitat Ralf Fährmann:
      "Zu uns kommen nicht die typischen Eventfans. Für unsere Fans entscheidet sich in den 90 Minuten, mit welchem Gefühl sie in die kommende Woche gehen. Ihre Zufriedenheit liegt in diesem Fall in unserer Hand. Schon deshalb haben wir die Pflicht, immer alles zu geben."